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Neugeborene, Frühchen und Kinder mit einer Grunderkrankung sind besonders gefährdet, an einer Blutvergiftung zu erkranken. (Archivbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

(sda-ats)

Blutvergiftungen sind eine der häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern. Jede Dritte dieser Infektionen in der Schweiz entsteht im Spital, wie eine nationale Studie der Schweizer Kinderspitäler zeigt.

Während vier Jahren haben die zehn grössten Kinderspitäler der Schweiz die Ursachen und Folgen von Sepsis (Blutvergiftung) bei Kindern erforscht. Fast 1200 Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren erkrankten während des Zeitraums dieser nationalen Studie von September 2011 bis Ende 2015.

Die Ergebnisse, die kürzlich im Fachblatt "The Lancet Child & Adolescent Health" erschienen sind, zeigen erstmals, welche Kinder durch welche Keime erkranken, wie schwer die Infektionen verlaufen und was die Folgen sind. Das teilte das Inselspital Bern am Mittwoch mit.

"Sepsis betrifft einerseits vorher gesunde Kinder mit zum Teil sehr schweren Verläufen", fasste Philipp Agyeman vom Inselspital die Resultate zusammen. "Andererseits entstand ein Drittel aller Sepsisfälle durch Bakterien, welche die Kinder bei einem Spitalaufenthalt erwarben."

Frühchen besonders gefährdet

Von 1181 Fällen von Blutvergiftung, betrafen 382 (32 Prozent) zuvor gesunde Kinder, 402 (34 Prozent) Neugeborene und 397 (34 Prozent) Kinder mit bereits vorhandenen Krankheiten. Frühgeborene, sowie Kinder, die eine Chemotherapie durchlaufen oder auf die Intensivstation kommen, sind laut der Studie besonders gefährdet.

Die häufigsten Erreger waren Escherichia coli-Bakterien mit rund 20 Prozent der Fälle, Staphylococcus aureus (15 Prozent), Koagulase-negative Staphylokokken (11 Prozent) und Streptococcus pneumoniae (10 Prozent).

82 der Kinder starben an der Infektion, die Sterberate lag demnach bei 7 Prozent von allen untersuchten Fällen. Bei den Neugeborenen lag die Rate bei 11 Prozent, bei Kindern mit weiteren Krankheiten bei 7 und bei zuvor gesunden Kindern bei 3 Prozent.

Vorbeugen könnte viel verhindern

Die Erfahrung aus anderen Ländern zeige, dass sich in der Schweiz ein Teil der Sepsis-Fälle wohl durch bessere Prävention verhindern liesse, betonen die Autoren. "Besonders bei Früh- oder Neugeborenen oder bei Kindern mit einer Grunderkrankung muss hier angesetzt werden", sagte Christoph Berger vom Kinderspital Zürich. Häufige Spitalaufenthalte oder auch ein Venenkatheter erhöhen das Infektionsrisiko.

Im Zuge der Studie entstand zudem eine nationale Biobank mit Blutproben an Sepsis erkrankter Kinder. Diese liefert die Grundlage für weitere Erkenntnisse. "Durch eine genetische Analyse des Erbguts der betroffenen Kinder können wir Immundefekte identifizieren, die Kinder besonders anfällig für eine Sepsis machen", erklärte Luregn Schlapbach vom Inselspital Bern gemäss der Mitteilung desselben. Solche Untersuchungen sind in Zusammenarbeit mit der ETH Lausanne geplant, hiess es weiter.

Sepsis ist eine schwere bakterielle Infektion, die ohne Behandlung schnell zum Organversagen und Tod führt. Weltweit sterben jährlich mehrere Millionen Kinder an einer Blutvergiftung. In der Schweiz erkrankt pro Tag im Schnitt ein Kind daran. An der "Swiss Pediatric Sepsis Study" waren die Kinderspitäler von Bern, Zürich, Aarau, Basel, Chur, Genf, Lausanne, Luzern und St. Gallen sowie das Universitätsspital Zürich beteiligt.

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SDA-ATS