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Er frisst Blüten, Blätter und auch Früchte: Der invasive Japankäfer wurde im Juni erstmals in der Schweiz entdeckt.

Bruce Marlin, Wikimedia Commons CC BY 3.0

(sda-ats)

Im Juni tauchte der Japankäfer erstmals in der Schweiz auf. Agroscope-Forscher versuchen nun, diesem invasiven Schädling mit Pilzen den Garaus zu machen. Erste Laborversuche verliefen erfolgreich.

Der Japankäfer (Popillia japonica) breitet sich seit rund 100 Jahren über die Welt aus, hat aber ausserhalb seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets in Japan kaum natürliche Feinde. Er frisst Blätter, Blüten und Früchte diverser Kulturpflanzen und Baumarten und kann erheblichen Schaden anrichten. Im Juni wurde der Käfer erstmals auch in der Schweiz, genauer gesagt im Tessin, entdeckt.

Um ihn unter Kontrolle zu halten, testen Giselher Grabenweger und Franco Widmer von der Forschungsanstalt Agroscope, ob Pilze, die Insekten befallen, gegen den Japankäfer helfen könnten. Solche Pilze werden als biologische Kontrolle bereits seit Jahren erfolgreich gegen gefrässige Engerlinge von Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfern eingesetzt, teilte die Agroscope am Dienstag mit.

Schweizer Pilze gegen exotischen Schädling

In Laborversuchen stellten sich solche Pilze nun auch gegen den Japankäfer als vielversprechend heraus: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurden in Italien gefangene Japankäfer in die Agroscope-Forschungsstation in Zürich gebracht. Dort infizierten die Forscher sie mit verschiedenen Pilzstämmen aus einer Agroscope-Sammlung einheimischer Pilzarten. Binnen weniger Tage waren die infizierten Käfer tot, heisst es in der Mitteilung.

Einige weitere Tage später wuchs Pilzgewebe aus den Käferkadavern heraus und bildete Sporen. Die schweizerischen Pilze konnten demnach die ortsfremden Käfer problemlos befallen und als Wirt nutzen.

Bevor die Pilze in freier Wildbahn gegen den Japankäfer eingesetzt werden können, müssen die Ergebnisse jedoch in Feldversuchen bestätigt werden. Zudem müssen die Forscher klären, wie der Pilz gegen den Käfer ausgebracht werden soll. Weitere Untersuchungen dazu sollen 2018 gemeinsam mit dem Bundesamt für Landwirtschaft, dem Kanton Tessin und Forschern aus Italien folgen, schrieb die Agroscope.

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SDA-ATS