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Die Tessiner Kantonsregierung hat am Mittwoch eine Lösung im Streit mit der Region Lombardei um die grenzüberschreitende Bahnlinie Stabio-Arcisate finden können.

KEYSTONE/TI-PRESS/GABRIELE PUTZU

(sda-ats)

Das Tessin und die Lombardei haben sich am Mittwoch über die Finanzierung der grenzüberschreitenden Bahnlinie in Richtung des Flughafens Mailand-Malpensa verständigen können. Eine Änderung der Streckenführung durch Italien hatte im Tessin für rote Köpfe gesorgt.

Die grenzüberschreitende Bahnlinie Mendrisio-Varese ist schon seit Jahren ein Zankapfel zwischen dem Tessin und Italien - zuletzt gab sie wieder in der letzten Woche zu reden, als die Tessiner Regierung ankündigte, ihre Zuwendungen von zwei Millionen Franken jährlich für die Linie Varese-Malpensa vorerst nicht zu zahlen.

Dieser Entscheid wurde nun am Mittwoch nach einer Aussprache mit dem Präsidenten der Region Lombardei Roberto Maroni in Mezzana TI wieder zurückgenommen.

Direktzug bis Ende 2018

Man habe sich darauf verständigen können, dass es "bis Ende 2018" eine Direktverbindung vom Tessin zum Flughafen Mailand-Malpensa geben werde, sagte der Tessiner Regierungspräsident Manuele Bertoli (SP). Erst dann und nicht vorher sollen die Tessiner Gelder fliessen, so Bertoli. Ab Juni 2018 sollen Fahrgäste aus dem Tessin bereits über eine "provisorische Verbindung" den Flughafen erreichen können - dann müssen sie allerdings in Como (I) umsteigen.

Für eine kleine diplomatische Krise zwischen den beiden Regionen hatte die grenzüberschreitende Bahnlinie in der vergangenen Woche gesorgt:

Die Region Lombardei hatte laut der Tessiner Regierung eigenmächtig entschieden, dass der Flughafen Mailand-Malpensa ab Dezember nur über die Linie Como-Varese (S40) angebunden werden solle.

Der Präsident der Lombardei, Roberto Maroni, erklärte dies am Mittwoch mit "technischen Schwierigkeiten". Diese seien im Verlaufe des Gesprächs nun gelöst worden. Von einem "Missverständnis" wollte Maroni dagegen nicht sprechen - auch "schlechte Absichten" der Lombardei habe es nicht gegeben.

Eine Bahnlinie als "unendliche Geschichte"

Der wichtigste nächste Schritt für das grenzüberschreitende Bahnprojekt ist die Eröffnung des italienische Streckenteils zwischen Stabio und Arcisate (I) Ende Dezember.

Die Bauarbeiten dort stehen unter einem schlechten Stern: Die Fertigstellung ist mittlerweile drei Jahre nach dem ursprünglichen Zeitplan vorgesehen. Zuletzt fiel ein grosser Baukran auf italienischer Seite um und blockierte die Arbeiten - die dortigen Behörden beteuerten jedoch, dass dies keine weiteren Verspätungen nach sich ziehen werde.

Als "Expo-Express" nicht mehr zu gebrauchen

Eigentlich sollten auf der strategisch wichtigen Linie schon die Besucher der Expo 2015 auf das Ausstellungsgelände Mailand-Rho gelangen. Beim 11,2 Kilometer langen italienischen Teilstück war es aber wiederholt zu Verzögerungen gekommen - zunächst weil eine Deponie fehlte, um das mit natürlichem Arsen verseuchte Aushubmaterial zu entsorgen.

Das 6,5 Kilometer lange Schweizer Teilstück zwischen Stabio und Mendrisio wurde dagegen mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 in Betrieb genommen.

SDA-ATS