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Der Gesundheitszustand des inhaftierten italienischen Mafiabosses Toto Riina verschlechtert sich immer mehr. (Archivbild von 1993)

KEYSTONE/AP/GIULIO BROGLIO

(sda-ats)

Der einst gefürchtete Mafiaboss Toto Riina liegt nach Berichten italienischer Medien im Sterben. Am Donnerstag, dem 87. Geburtstag des einstigen Paten, verschlechterte sich der Gesundheitszustand zunehmend.

Der Zustand des an Krebs erkrankten Riina verschlechterte sich gemäss den Berichten nach zwei Operationen. Er sei in ein künstliches Koma versetzt worden und sei dem Tode nahe.

Gesundheitsminister Andrea Orlando erlaubte seiner Familie, den 87-Jährigen im Gefängnistrakt eines Spitals in Parma zu besuchen, um Abschied zu nehmen. Dem seit 1993 inhaftierten Mafioso war es normalerweise untersagt, Besuch zu empfangen.

Es wurde erwartet, dass seine Frau und eine seiner Töchter kommen würden. Sein ältester Sohn Giovanni sitzt wegen vierfachen Mordes im Gefängnis. Sein anderer Sohn Salvatore schrieb auf Facebook: "Du bist für mich nicht Toto Riina, Du bist einfach mein Vater. Und ich gratuliere Dir zum Geburtstag an diesem traurigen, aber wichtigen Tag, ich liebe Dich."

Antrag abgelehnt

Der "La Belva" (Raubkatze) genannte Riina war fast 20 Jahre lang einer der brutalsten und gefürchtetsten Paten der sizilianischen Mafia. Er wird für mehr als 150 Auftragsmorde verantwortlich gemacht und wurde 26 Mal zu lebenslanger Haft verurteilt.

Unter anderem wurde Riina für schuldig befunden, in den Jahren 1992 und 1993 die Mordanschläge auf die Anti-Mafia Richter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino in Auftrag gegeben zu haben. Ausserdem war er nach Überzeugung der italienischen Justiz einer der Drahtzier von Anschlägen in Rom, Mailand und Florenz, bei denen 1993 zehn Menschen getötet wurden.

Im Juli hatte ein Gericht einen Antrag Riinas abgelehnt, ihn aus Gesundheitsgründen freizulassen. Die Ärzte schätzten seinen Geisteszustand als "wach" ein. Anfang des Jahres wurde eine Aufnahme bekannt, auf der er sagte, dass er nichts bereue. "Sie werden mich niemals brechen, selbst wenn sie mir 3000 Jahre geben", sagte er.

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SDA-ATS