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Weil er den tunesischen Kulturminister Mehdi Mabrouk mit einem Ei bewarf, hat ein Filmemacher eine Bewährungsstrafe erhalten. "Nasreddine Shili wurde zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt", sagte sein Anwalt am Freitag. Der Kameramann, der den Vorfall filmte, sei frei gesprochen worden.

Shili hatte vor Gericht zugegeben, Mitte August ein Ei in Richtung des Ministers geworfen zu haben. Es habe sich um eine spontane Tat gehandelt. Kameramann Mourad Mehrezi, der das Geschehen festhielt, habe nichts damit zu tun gehabt.

Beide Männer waren nach dem Vorfall beschuldigt worden, sich zum Angriff auf ein Regierungsmitglied verschworen zu haben. Ausserdem wurde ihnen Diffamierung und Beleidigung, Verstoss gegen die öffentliche Moral und Trunkenheit zur Last gelegt. Damit drohte ihnen eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren.

Der Eiwurf hatte sich während der Trauerzeremonie für einen verstorbenen Komiker ereignet. Der islamistischen tunesischen Regierung wird immer wieder vorgeworfen, gegen das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Freiheit der Medien zu verstossen und Künstler nicht ausreichend vor Angriffen von Extremisten zu schützen.

Shili und Mehrezi wurden nach dem Eiwurf in Untersuchungshaft genommen, kamen aber später gegen Kaution frei. Minister Mabrouk zog seine Klage gegen Mehrezi im Laufe des Verfahrens zurück und erklärte, auch die Klage gegen Shili könne zurückgezogen werden, wenn dieser sich entschuldige.

SDA-ATS