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Die Situation, die in Tunesien zum Aufstand der Bevölkerung geführt hat, ist nach Ansicht von Mohammed el Baradei in gewisser Weise vergleichbar mit jener in Ägypten. Der ehemalige IAEA-Chef sieht aber auch Unterschiede zwischen den beiden Ländern.

So sei etwa die wirtschaftliche Lage in Tunesien besser als in seiner Heimat, sagte der ägyptische Friedensnobelpreisträger am Mittwoch vor den Medien am Internationalen Alpensymposium in Interlaken. Und dennoch seien die Tunesier wegen der mangelnden politischen Freiheit auf die Barrikaden gegangen.

Zu den grossen Problemen in Ägypten zählt El Baradei der enorme Graben zwischen Reich und Arm, die hohe Zahl an Analphabeten, die Arbeitslosigkeit sowie die Angst der Menschen, ihre Meinung auszudrücken.

"Wir möchten in Ägypten mit friedlichen Mitteln einen Wechsel bewirken", sagte El Baradei. Als erstes müsse die Verfassung erneuert werden, um eine Transition zu ermöglichen, die in faire Parlamentswahlen münden sollte, erklärte er.

Beim Widerstand gegen die Politik des Regimes von Husni Mubarak spielen laut El Baradei die sozialen Netze auf dem Internet eine wichtige Rolle. Da es an freien und unabhängigen Medien mangle, seien Facebook und Twitter dankbare und sichere Alternativen.

Armee als "Black Box"

Die Gegner des Regimes sammeln etwa Unterschriften, boykottieren Wahlen und organisieren Demonstrationen, wie El Baradei ausführte. Schwierig einzuschätzen sei jeweils die Rolle der Armee in Ägypten, die er als "Black Box" bezeichnete.

Am 9. Internationalen Alpensymposium sprach El Baradei auch über die Rolle der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), die er zwölf Jahre lang geleitet hatte. In diesem Zusammenhang bezeichnete er den Dialog als Schlüssel zum Erfolg für die Gewährleistung der globalen Sicherheit.

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SDA-ATS