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Von einem "dichten und komplexen" Programm sprach am Freitag zum Auftakt des Montreux Jazz Festivals Direktor Mathieu Jaton. (Archivbild)

KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD

(sda-ats)

Mit den Auftritten der Komponisten Max Richter und des Elektro-Künstlers Nicolas Jaar beginnt am Freitag das 51. Montreux Jazz Festival. Es ist die fünfte Ausgabe nach dem Tod von Festival-Gründer Claude Nobs.

Auch in diesem Jahr wartet Montreux mit einem Reigen an Weltstars auf: Die Pet Shop Boys, Beth Ditto, Tom Jones, Usher & The Roots und Grace Jones werden auf der Bühne stehen. Neben Jazzlegenden wie Herbie Hancock ist auch die Schweizer Kultband Yello mit Dieter Meier und Boris Blank zu hören.

"Ein dichtes und komplexes Programm, vielleicht ein bisschen weniger populär als in anderen Jahren", sagte Festival-Direktor Mathieu Jaton am Freitag vor den Medien."

Linie des Gründers weitergeführt

Fünf Jahre sind vergangen, seit Nobs überraschend starb. "Sein Tod war aus menschlicher Sicht sehr abrupt, auch weil niemand damit gerechnet hat", erklärte Jaton der Nachrichtenagentur sda. "Aber auf operationeller Ebene war es weniger schlimm. Ich war seit 12 Jahren Generalsekretär."

Nobs habe ihm das operative Geschäft übertragen, um sich Reisen, Treffen mit Musikern und Spezialprojekten zu widmen. Dennoch sei der Tod von Claude Nobs ein grosses Risiko für das Festival gewesen, weil sich die Künstler vom Festival hätten abwenden können.

Das sei aber nicht passiert, so Jaton. Vielmehr hätten Nobs Freunde wie Quincy Jones ihr Engagement gegenüber dem Festival verdoppelt. Er habe die Linie des Festival-Gründers weitergeführt. "Ich habe neue Kontakte geknüpft, mit Woodkid, Paolo Nutini, Jamie Cullum oder Sam Smith", sagt Jaton.

Sie seien Freunde geworden, wie die Freundschaften von Claude mit anderen Künstlern von damals. Jaton will den besonderen Platz des Montreux Jazz in der Festivalwelt beibehalten. "Wir sind das Vinyl der Festivals, im Gegensatz zu Spotify", sagte er.

Auf Stärken besinnen

Wie das ganze Musikbusiness mit den Verkäufen hätten sich auch die Shows verändert. Gewisse Künstler würden heute gigantische Shows machen. "Giga-Festivals mit 100'000 bis 150'000 Besucher pro Tag sind entstanden, wie das Coachella."

Das Montreux Jazz hingegen besinne sich auf seine Stärken: Der herzliche Empfang, die Nähe und die Intimität der Konzerte, sowie die idyllische Umgebung mit dem Lac Léman und den Alpen. "Wir haben viele Trümpfe", sagte Jaton. Lauryn Hill kommt dieses Jahr nur wegen Montreux und sei ansonsten gar nicht auf Tournée, sagt Jaton.

Erstmals "Out of the Box"

Insgesamt finden 380 Konzerte statt, davon sind 250 Veranstaltungen kostenlos. Am Samstag wird auch das neue Format "Out of the Box" eröffnet - eine Reihe von Konzerten an aussergewöhnlichen Orten wie im Schloss Chillon, in der Abtei Saint-Maurice oder im Hotel Fairmont Le Montreux Palace.

An diesen atypischen Orten werden vor allem neue Talente auftreten. Wegen der vielen Besucher am Uferbereich vor dem Kongresszentrum wurde eine neue, 150 lange Seeterrasse, erstellt.

Nach der Lancierung im vergangenen Jahr können die Konzert-Besucher erneut mit der Smartphone-Applikation "CUTS" Ausschnitte der offiziellen Videoaufnahmen des Festivals teilen. In diesem Jahr wird sie für mehr als 40 Konzerte angeboten, darunter für jenes von Max Richter am Eröffnungsabend.

App für Insider

Das Montreux Jazz Festival lanciert zudem eine weitere App für den Preis von 100 Franken im Jahr, das Insidern unter anderem ankündigen soll, falls sich Backstage ein gemeinsamer Auftritt zwischen zwei Musikern abzeichnet.

Zum Festivalauftakt am Freitag waren rund ein Dutzend der Konzerte ausverkauft. Das Budget bleibt mit 28 bis 28,5 Millionen Franken im Rahmen der vergangenen Jahre.

SDA-ATS