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EM-Medaille im Visier: Schweizer Kunstturner in Lauerstellung

Die Hausse der Schweizer Kunstturner hält auch an den Europameisterschaften in Glasgow an. Am Wochenende bieten sich der STV-Riege fünf Chancen, um die gute Teamleistung mit einer Medaille zu krönen.

Taha Serhani brachte es nach dem überraschenden 4. Rang für das Schweizer Team in der Qualifikation auf den Punkt: "Wir haben bewiesen, dass wir es auch können." Vor den Wettkämpfen in Glasgow waren die Abwesenden das grosse Thema gewesen: Pablo Brägger, der noch amtierende Europameister am Reck, Christian Baumann, der dreifache EM-Medaillengewinner, und Eddy Yusof, seit Jahren eine sichere Bank für die Teamwertung. "Dass es hiess, dass wir nur dabei sind, weil die anderen fehlen, hat uns genervt", sagte Serhani. "Nun haben wir gezeigt, dass auch diese um ihren Platz im Team kämpfen müssen."

Nach drei erfolgreichen Jahren mit sechsmal Edelmetall an drei EM-Titelkämpfen mit der historischen Bronzemedaille für das Team 2016 in Bern als Höhepunkt drohte den Schweizern in Glasgow eine leichte sportliche Baisse. Doch Oliver Hegi, Taha Serhani, Benjamin Gischard und die beiden 19-jährigen Debütanten Henji Mboyo und Noe Seifert übertrafen die Erwartungen und knüpften nahtlos an die Leistungen ihrer Vorgänger an. Und dies, obwohl Hegi und Gischard, das vom Quintett von Bern verbliebene Duo nur an drei respektive an zwei Geräten zum Einsatz kamen.

Nach Platz 4 und nur einem Punkt Rückstand in der Qualifikation auf das drittklassierte Deutschland liegt sogar im Teamfinal am Samstag eine Medaille nicht ausser Reichweite. "Wir wären in unserem Job fehl am Platz, wenn wir nicht Optimisten wären und träumen würden", sagte Felix Stingelin. Doch der Chef Leistungssport des STV relativiert. "Wir haben vom Potenzial her nicht das gleiche Team am Start wie in Bern. Dort wussten wir, dass wir aus eigener Kraft eine Medaille holen können."

Viel eher sieht Stingelin die Chance auf Edelmetall am Sonntag in den Gerätefinals. Von keiner bis zu zwei Medaillen sei alles möglich. Am Barren kämpft Hegi um die Bronzemedaille, sofern den beiden in der Qualifikation überlegenen Russen David Beljawski und Artur Dalalojan keine grobe Fehler unterlaufen. "Und am Reck kann man selber ausrechnen, zu was es bei Oli reichen könnte, wenn er ohne Fehler durchkommt." Der EM-Zweite von 2017 klassierte sich in der Qualifikation trotz eines groben Fehlers, der ihn einen knappen Punkt kostete, auf Rang 3, nur gut zwei Zehntel hinter Epke Zonderland. Der zweifache Weltmeister und Olympiasieger von 2012 aus den Niederlanden bleibt erster Favorit auf die Nachfolge von Brägger.

Mboyos Kampfgeist

Mboyo am Barren und Serhani am Reck gehören im Kampf um die Medaillen zu den Aussenseitern. Bereits die Qualifikation für ihren jeweils ersten Gerätefinal an internationalen Titelkämpfen ist als Erfolg zu werten. Vor allem die Leistung Mboyos ist hoch einzustufen, musste er doch als Debütant bei der Elite gleich einen Sechskampf bestreiten. "Er hatte einen ganz schwierigen Job", sagte Stingelin. "Das ist schon übel gewesen", meinte der Athlet im Jugendslang mit einem Lachen.

Mboyo hatte sich trotz eines mässigen Auftakts in den Wettkampf und einem Sturz am Sprung nicht aus dem Konzept bringen lassen. "Kopf hoch und weiter gehts", habe er sich gesagt. Für seinen Kampfgeist wurde der 19-Jährige mit dem Finaleinzug am Barren belohnt, womit er alle überraschte. Sein Fokus gilt aber in erster Linie dem Teamfinal. "Denn ein wenig träumen dürfen wir schon."

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