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Um den Atomausstieg zu schaffen, setzt der Bundesrat auch auf Gaskraftwerke. Doch die drei grossen Schweizer Energiekonzerne Axpo, Alpiq und BKW zeigen kein Interesse. Sie zweifeln, ob ein Gasgaskraftwerk rentabel betrieben werden könnte.

"Zuerst müssen sich die politischen Rahmenbedingungen ändern - insbesondere die Kompensationsregeln", sagte Sebastian Vogler, Sprecher der bernischen BKW am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Vorher sei es in der Schweiz nicht möglich, ein Gaskraftwerk wirtschaftlich zu betreiben.

Die Kompensationsregeln stehen im CO2-Gesetz und sollen helfen, dass die Schweiz ihre Klimaziele erreicht: Von Gaskraftwerken ausgestossenes CO2 muss vollständig kompensiert werden, und zwar mindestens zur Hälfte im Inland. "Es sollte möglich sein, mehr in Ausland zu kompensieren", wiederholte Vogler eine Forderung der Strombranche.

Die BKW hatte im Jahr 2009 ein fortgeschrittenes Projekt für den Bau eines Gaskombikraftwerkes bei der Papierfabrik Utzenstorf BE sistiert. Bis auf Weiteres würden diese Unterlagen in der Schublade bleiben, sagte Vogler. Ändern könnte dies allenfalls ein Anschluss an das europäische Emissionshandelssystem (ETS).

Ein solcher Anschluss ist in der am Mittwoch vom Bundesrat vorgestellten Energiestrategie 2050 vorgesehen. "Es ist nun am Bundesrat zu handeln", sagte Vogler.

Lockerung der Inlandkompensation

Im europäischen Emissionshandelssystem können CO2-Emissionen durch die Ersteigerung von Emissionsrechten abgegolten werden. Der entscheidende Punkt: Die Abgeltung via Emissionsrechte müsste als Inlandkompensation gelten können. Axpo-Sprecher Erwin Schärer sagte auf Anfrage dazu: "Die Schweizer Energieunternehmen erhielten so die gleichen Bedingungen wie die Unternehmen in der EU."

Generell halte sich die Axpo alle Optionen zur Stromerzeugung offen, auch den Bau von Gaskraftwerken, sagte Schärer. Die Axpo ist bereits an Gaskombikraftwerken in Italien beteiligt. Diese laufen allerdings nicht immer auf Vollleistung. In der Schweiz hatte die Axpo im Jahr 2007 Pläne für Gaskraftwerke zurückgestellt.

Durchzogene Erfahrung im Ausland

Zurückhaltung zeigt auch Alpiq. Der Energiekonzern ist ebenfalls an mehreren Gaskraftwerken im Ausland beteiligt. Und es sind die dort gemachten Erfahrungen, das Unternehmen skeptisch stimmen: "In Westeuropa haben wir Konkurrenz von den erneuerbaren Energien bekommen", sagte Firmensprecher Martin Stutz.

Vorangetrieben wird in der Schweiz zurzeit nur ein Gaskombikraftwerk-Projekt. Die Westschweizer EOS Holding will das ehemalige Ölkraftwerk Chavalon im Unterwallis in ein Gaskraftwerk mit einer Leistung von rund 400 Megawatt umbauen. Insgesamt sollen eine Million Personen mit Strom versorgt werden können.

SDA-ATS