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Ein Bauer sprüht Herbizide zur Vernichtung von Unkraut auf ein Feld mit Zuckerrüben. Über mögliche Risiken durch den Unkrautvernichter Glyphosat wird seit Jahren gestritten. (Archiv)

Keystone/DPA dpa/JULIAN STRATENSCHULTE

(sda-ats)

Die Entscheidung über die weitere Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in Europa ist vertagt. Das zuständige Expertengremium der EU-Länder hat am Mittwoch in Brüssel nicht abgestimmt, wie die EU-Kommission mitteilte.

Stattdessen will die Kommission in den nächsten Wochen "weiter mit den Mitgliedstaaten an einer Lösung arbeiten, die grösstmögliche Unterstützung hat". Das Herbizid gilt als sehr wirksam und wird weltweit massenhaft eingesetzt, steht aber im Verdacht, Krebs zu erregen und die Umwelt zu belasten.

Die bisherige Zulassung für Glyphosat in Europa läuft Ende des Jahres ab. Wird sie nicht erneuert, muss das Mittel vom Markt genommen werden.

Die EU-Kommission hatte ursprünglich die weitere Zulassung für zehn Jahre beantragt, war aber am Dienstag auf einen Vorschlag von fünf bis sieben Jahren zurückgegangen. Zuvor hatte das Europaparlament ein Verbot des Mittels bis 2022 gefordert.

Im für die Entscheidung zuständigen Expertengremium gab es bis kurz vor der Sitzung keine klaren Mehrheitsverhältnisse. Die deutsche Regierung war sich nicht einig, so dass sie sich wohl hätte enthalten müssen. Die belgische Regierung teilte am Mittwoch mit, dass sie gegen eine Zulassung für weitere sieben oder zehn Jahre sei und sich der Forderung des Europaparlaments anschliesse.

Umstrittene Risiken

Über mögliche Risiken durch den Unkrautvernichter wird seit Jahren gestritten. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation stufte das Herbizid im März 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" für den Menschen ein.

Andere Agenturen wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung BfR sehen hingegen kein von Glyphosat ausgehendes Risiko.

Der Wirkstoff wurde vom US-Konzern Monsanto entwickelt, den der deutsche Konkurrent Bayer übernehmen will. Dieses Milliardengeschäft wird derzeit von der EU-Kommission geprüft. Vertrieben werden Glyphosat-haltige Mittel aber auch von mehr als 40 weiteren Herstellern.

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SDA-ATS