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Blick auf eine von Rettungskräften gesteuerte Drohne, die zusätzliche Bilder vom ausgebrannten Hochhaus in London liefern soll. Beim Flammeninferno in der britischen Hauptstadt kamen mehrere Menschen ums Leben.

Keystone/AP/ALASTAIR GRANT

(sda-ats)

Mindestens zwölf Tote und dutzende Verletzte - die vorläufigen Opferzahlen stehen für eine der schlimmsten Brandkatastrophen in London seit Jahrzehnten. In der Nacht zum Mittwoch brach in einem Wohnhochhaus im Westen der britischen Hauptstadt ein Inferno aus.

Am frühen Morgen stand der 24-stöckige Grenfell Tower mit 120 Wohnungen immer noch lichterloh in Flammen. Trotz der Katastrophe war das Hochhaus bis zum frühen Abend aber stabil genug, dass darin weiter nach eingeschlossenen Menschen gesucht werden konnte.

Die Feuerwehr teilte auf Twitter mit, das Haus im Stadtteil North Kensington brenne vom zweiten bis zum obersten Stockwerk. 40 Feuerwehrfahrzeuge waren am Mittwoch im Einsatz. 200 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Der Alarm war kurz vor 01.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MESZ) eingegangen.

Scotland Yard bestätigte zwölf Tote. Ein Polizeisprecher bezeichnete die Bergungsarbeiten als "komplex". Sie würden sich über mehrere Tage hinziehen. Es sei "wahrscheinlich", dass während dieser Zeit weitere Todesopfer entdeckt würden.

"Beispielloser" Brand

Bis zum frühen Mittwochabend waren nach Angaben der Rettungskräfte mindestens 79 Patienten in Spitälern behandelt worden. 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand.

Beim Feuer wurden auch mehrere Feuerwehrleute verletzt. Es handle sich aber um kleinere Verletzungen, sagte Feuerwehrchefin Dany Cotton.

Cotton nannte den Brand "beispiellos". "In meinen 29 Jahren bei der Feuerwehr habe ich noch nie etwas in dieser Grössenordnung gesehen", sagte sie. Die britische Premierministerin Theresa May zeigte sich nach eigenen Worten "tief betroffen von den tragischen Todesfällen".

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sagte dem TV-Sender Sky News, auf dem Höhepunkt des Brandes hätten die Feuerwehrleute nur die zwölfte Etage erreicht. Laut Cotton drangen die Einsatzkräfte später bis ins 20. Stockwerk vor.

Dramatische Szenen

Im Gebäude spielten sich dramatische Szenen ab. Aus den Fenstern des Hochhauses loderten riesige Flammen. Augenzeugen berichteten von Bewohnern des Hochhauses, die in die Tiefe gesprungen oder gefallen seien.

Andere erzählten, dass Eltern - von Flammen umzingelt - ihre Kinder in die Tiefe geworfen hätten. Ein Baby soll auf diese Weise gerettet worden sein. Aus den oberen Stockwerken seien Schreie zu hören gewesen.

Die Polizei räumte nahegelegene Gebäude, die von herabstürzenden Trümmern gefährdet waren. Die angrenzende U-Bahn-Linie wurde bei der Station Latimer Road gesperrt, ebenso wie ein Abschnitt der Autobahn A40, die nördlich am Komplex vorbeiführt.

Brandursache unklar

Die Ursache des Brandes war zunächst unklar. Scotland Yard erklärte auf Anfrage, dass es sich bei der Brandursache nicht um einen Terroranschlag handle.

Feuerwehrchefin Cotton warnte davor, über die Ursache zu spekulieren. "Wir werden in den kommenden Stunden und Tagen sorgfältig nach dem Grund für dieses Feuer suchen und untersuchen, was passiert ist", sagte sie.

Auch Bürgermeister Khan versprach umfassende Aufklärung. "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden."

Vergebliche Warnungen

Der Grenfell Tower wurde 1974 erbaut und war von 2014 bis 2016 saniert worden. Eine Anwohner-Initiative hatte zu diesem Anlass eindringlich vor der Gefahr eines Brandes im Gebäude gewarnt.

"Es ist gar nicht auszudenken, was passiert, wenn in der Eingangshalle ein Feuer ausbricht", heisst es auf einem Blog-Eintrag der Grenfell Action Group. Die Bewohner sässen "in dem Gebäude in der Falle".

Die für die Sanierung des Towers zuständige Baufirma Rydon reagierte am Mittwoch schockiert auf den Brand. Alle erforderlichen Kontrollen, Bestimmungen im Brandschutz und die sonstigen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, teilte die Firma mit.

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SDA-ATS