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Eine junge FARC-Kämpferin (Archiv)

KEYSTONE/AP/RODRIGO ABD

(sda-ats)

Die Entwaffnung der kolumbianischen FARC-Guerilla könnte sich verzögern. Diese Einschätzung machte die FARC-Führung in einem Schreiben an die UNO. Das kolumbianische Militär will kommende Woche mit der Entwaffnung beginnen.

In einem Schreiben an den Chef der UNO-Mission zur Überwachung des Friedensprozesses in Kolumbien, Jean Arnault, kritisierte die Führung der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) am Dienstag (Ortszeit), dass die Regierung entgegen den Vereinbarungen die Entwaffnungszonen nicht entsprechend vorbereitet habe.

Eine "Änderung des Termins für den Demobilisierungsprozess scheint nötig zu werden", heisst es in dem FARC-Schreiben. Das kolumbianische Militär hatte den Termin für den Beginn der Entwaffnung auf den 1. März angesetzt.

Die Rebellen kritisieren in ihrem Schreiben, dass die Regierung in den Entwaffnungszonen nicht für die grundlegende Infrastruktur wie Wasser, Energie und Strassen gesorgt habe. Die FARC äusserte die Sorge, dass die Regierung nicht ihr Wort halte.

Entwaffnung in drei Monaten

General Javier Flórez, der die Entwaffnung auf Seiten des kolumbianischen Militärs beaufsichtigt, hatte angekündigt, der historische Entwaffnungsprozess werde am 1. März beginnen. Zunächst würden die Rebellen planmässig 30 Prozent ihrer Waffen abgeben. Die Niederlegung der FARC-Waffen findet unter Aufsicht der UNO statt.

In zwei weiteren Schritten sollen dann am 1. Mai zunächst weitere 30 Prozent der Waffen und am 1. Juni der Rest folgen, so sieht es das im November geschlossene Friedensabkommen zwischen der FARC und der Regierung vor. Was mit den Waffen geschehen soll, ist unklar.

Zu logistischen Fragen in diesem Zusammenhang fand am Dienstag ein Treffen von Vertretern der FARC, der Regierung und der UNO statt. Wie das Büro des kolumbianischen Friedensbeauftragten mitteilte, halten sich fast 7000 bewaffnete FARC-Kämpfer in den Entwaffnungszonen auf. Die letzten der Kämpfer waren am Sonntag eingetroffen. Damit wurde ein wichtiger Punkt des Friedensabkommens erfüllt.

Die Rebellen hatten ihren "letzten Marsch" Ende Januar angetreten. In den landesweit 26 Entwaffnungszonen sollen die einstigen Guerilla-Kämpfer auch auf die Wiedereingliederung in das zivile Leben vorbereitet werden.

260'000 Tote

Mit dem Friedensabkommen soll der seit 1964 andauernde Konflikt zwischen der Armee und der FARC, anderen linksgerichteten Guerillagruppen und rechten Paramilitärs beigelegt werden, in dem mehr als 260'000 Menschen starben.

Etwa sieben Millionen Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 60'000 werden vermisst. Für seine Aussöhnungspolitik war Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos der Friedensnobelpreis verliehen worden. Mit der kleineren Rebellengruppe ELN soll ein ähnliches Friedensabkommen geschlossen werden.

SDA-ATS

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