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Zweieinhalb Wochen nach dem Anschlag mit einer Autobombe ist die regierungskritische Journalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta unter grosser Anteilnahme beigesetzt worden.

Keystone/AP/JONATHAN BORG

(sda-ats)

Zweieinhalb Wochen nach dem Anschlag mit einer Autobombe ist die regierungskritische Journalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta unter grosser Anteilnahme beigesetzt worden. Hunderte Menschen nahmen an der Trauerfeier am Freitag in der Stadt Mosta teil.

Die Regierung hatte einen Trauertag ausgerufen. Die Flaggen wehten auf halbmast. Die Trauerfeiern fanden unweit ihrer Wohnung und auch unweit des Ortes statt, an dem sie zu Tode gekommen war.

Die Angehörigen hatten sich gewünscht, dass die Beisetzung Caruana Galizias in Mosta kein Medienereignis werde. Mehrfach wurden Kamerateams aufgefordert, Filmarbeiten einzustellen. Beim Trauergottesdienst waren Medien ganz ausgeschlossen.

Unter den Trauergästen war auch EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani. Dagegen waren Vertreter der maltesischen Regierung und die Präsidentin des Landes unerwünscht, wie die Familie mitteilen liess.

Die 53 Jahre alte Bloggerin war am 16. Oktober ermordet worden. Caruana Galizia hatte unter anderem einen Skandal um die sogenannten Panama Papers aufgedeckt, in den auch die maltesische Regierung verstrickt gewesen sein soll. Nach ihrem Tod kam es zu Demonstrationen gegen Korruption und Filz in dem kleinsten EU-Land.

Attentat nicht aufgeklärt

Bisher fehlt jede Spur von den Tätern. Neben den maltesischen Behörden sind auch die US-Bundespolizei FBI und Europol an den Ermittlungen beteiligt.

"Wer immer am Mord von Daphne beteiligt war, auf die eine oder andere Art und Weise, dem muss ich sagen: Wie sehr du dich auch bemühst, vor der menschlichen Justiz davonzulaufen, du wirst der Justiz Gottes nie entkommen", sagte der Erzbischof der Insel, Charles Scicluna.

Die EU-Kommission erklärte, die Regierung in Malta müsse "alles in Bewegung setzten", um die Ermordung aufzuklären. Die Drahtzieher des Anschlags versuchten zu erreichen, dass "niemand mehr wagt, zentrale Fragen zu stellen".

Chefredaktoren mehrerer internationaler Medien - etwa der britischen Rundfunkgesellschaft BBC, der "New York Times", der italienischen "Repubblica" und der "Süddeutschen Zeitung" riefen in einem Offenen Brief zur Medienfreiheit die EU-Kommission auf, die Unabhängigkeit der maltesischen Medien zu überprüfen. "Wir fordern Sie auf, mit allen ihren Einflussmöglichkeiten sicherzustellen, dass der Tod Daphnes umfassend untersucht wird", heisst es im Schreiben.

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