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Erstmals seit 18 Jahren ist im Zürcher Zoo ein Spitzmaulnashorn zur Welt gekommen. Die Nashornkuh Samira gebar in der Nacht auf Montag ihr erstes Jungtier: Ein Weibchen mit dem Namen Olmoti.

Die Geburt erfolgte laut Mitteilung in einem von Besucherblicken abgeschirmten Bereich des Afrikahauses, wie der Zoo am Dienstag mitteilte. Voraussichtlich ab dem 2. Januar dürfen Besucherinnen und Besucher die Kleine sehen.

Olmotis Eltern sind die knapp 14-jährige Samira und der 15-jährige Jeremy. Samira lebt seit Mitte 2004 im Zoo Zürich, Jeremy seit Anfang 2010. Der Name Olmoti bezieht sich auf einen Krater im Ngorongoro-Gebiet im ostafrikanischen Land Tansania.

Mutter und Kind erhalten nun einmal ein paar Tage Zeit, sich aneinander zu gewöhnen. Sobald sich die Bindung zwischen ihnen gefestigt hat, können sie die einsehbaren Boxen betreten.

Dazu wird beim Graben, der die Anlage vom Besucherbereich trennt, eine Abschrankung erstellt, damit die Kleine nicht hinunterpurzelt, wie Kurator Robert Zingg zur Nachrichtenagentur sda sagte. Man hoffe, Mutter Samira entwickle keinen allzu starken Beschützertrieb. Wenn doch, müsse man allenfalls das Afrikahaus eine Weile schliessen.

Gute Mutter Samira

Am Verhalten von Samira habe nichts darauf hin gedeutet, dass die Geburt unmittelbar bevorstand, sagte Zingg. Man habe den Termin errechnet: Die Tragzeit von Spitzmaulnashörnern betrage 445 bis 470 Tage.

Die Geburt erfolgte dann unbeobachtet in der Nacht. Am Montagmorgen merkte die Tierpflegerin sofort, dass etwas anders war: Es herrschte eine ungewohnte Ruhe, so Zingg. Am Monitor erblickte sie dann das Kalb. Samira, die zum ersten Mal Mutter ist, verhalte sich "sehr mütterlich" und aufmerksam: Komme man zu dicht an die Sicht-Luken, mache sie unmissverständlich deutlich, dass man weggehen solle.

Von Ausrottung bedroht

Im Zoo Zürich leben Spitzmaulnashörner seit 1949. Seither kamen neun Kälber zur Welt. Der Zoo beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm, das Anfang 2014 66 Tiere in 17 Institutionen umfasste.

Zudem unterstützt der Zoo Zürich ein privat geführtes Nashorn-Schutzgebiet in Kenia. Unter anderem finanziert er Löhne und Ausrüstung der Wildhüter.

Die Spitzmaulnashörner sind von der Ausrottung bedroht. Noch im 19. Jahrhundert lebten mehrere 100'000 Tiere, heute sind es weniger als 5000. Die grösste Bedrohung kommt von Wilderern. Diese haben es auf das Horn abgesehen, das vor allem in Asien hohe Gewinne verspricht.

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SDA-ATS