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Erste Todesopfer nach EHEC-Infektion in Deutschland

Nach dem Ausbruch des EHEC-Erregers sind in Deutschland die ersten mit dem gefährlichen Darmkeim infizierten Menschen gestorben: Am Dienstag wurden zwei Todesfälle bekannt. Bei einem dritten Opfer bestand Infektionsverdacht. Allerdings war unklar, ob die Darminfektion tatsächlich die Todesursache bei den drei Frauen war.

Nach der Quelle - vermutlich verseuchtes Lebensmittel - wurde am Dienstag vor allem in Hamburg gesucht. Experten sprechen von einer "erschreckenden" Ausbreitung des gefährlichen Darmbakteriums.

In Bremen kamen eine 83 Jahre alte Frau aus Niedersachsen und eine 24-Jährige ums Leben. Die Rentnerin war eindeutig mit dem Keim infiziert. Sie litt seit Mitte Mai unter blutigem Durchfall und starb bereits am Samstag.

Bei der jungen Frau, die in der Nacht zum Dienstag starb, wurden die typischen Symptome einer EHEC-Infektion festgestellt. Das Laborergebnis stand hier noch aus. Eine weitere infizierte Frau starb am Sonntag im schleswig-holsteinischen Kreis Stormarn. Die Frau war über 80 Jahre alt und befand sich wegen einer Operation im Spital.

Weitere Verdachtsfälle

Die ungewöhnliche Häufung von schweren Erkrankungen durch Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) waren in der ersten Mai-Hälfte registriert worden.

Der normalerweise harmlose Infektionsverlauf weitete sich zu lebensbedrohlichen Komplikationen durch blutigen Durchfall, Nierenversagen und Blutarmut aus. Medizinisch wird diese Form von schweren EHEC-Infektionen als Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) bezeichnet.

Inzwischen breitet sich der Keim weiter aus: Bis Dienstag waren deutschlandweit mindestens 400 Erkrankungen oder Verdachtsfälle bekannt. Der EHEC-Erreger grassiert besonders in Norddeutschland.

Bei 80 Patienten wurde bisher eine schwerwiegende Komplikationen mit Nierenschäden, das so genannte hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), festgestellt. Die Zahl schwerer Verläufe wird ansonsten binnen eines ganzen Jahres erreicht.

Bei mehreren Patienten war der Zustand am Dienstag kritisch. Im Saarland wurden drei Infizierte weiter auf der Intensivstation behandelt. Besonders betroffen sind Frauen. Der Keim ist seit der zweiten Maiwoche im Umlauf. Im Jahresdurchschnitt infizieren sich in der Regel 1000 Personen mit dem Erreger.

Ursache weiter unklar

Vermutet wurde zunächst ungewaschenes Gemüse oder Salat, die möglicherweise auch mit Gülle gedüngt worden sind. Nach Darstellung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Ursache für die erhöhten Infektionszahlen aber noch vollkommen unklar.

Eine RKI-Sprecherin warnte vor voreiligen Schlüssen. Es gebe derzeit keine Hinweise dafür, dass sich die Erkrankten durch den Verzehr von mit Gülle gedüngtem Gemüse infiziert hätten, sagte sie der Nachrichtenagentur dapd. Es kämen auch andere Übertragungswege infrage, wie etwa verunreinigtes Wasser.

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