Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Europäische Union visiert einen Stopp des Artensterbens bis 2020 an

In Europa sollen bis 2020 keine Tier- und Pflanzenarten mehr aussterben. Diesem Ziel hat sich die EU-Kommission mit ihrer neuen Strategie verschrieben, die sie am Dienstag in Brüssel vorgelegt hat.

Der Mensch sei auf die Artenvielfalt angewiesen, sagte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik - "ob es um unser Essen, Trinkwasser, frische Luft oder ein stabiles Klima geht".

Die Artenvielfalt sei das "natürliche Kapital" der Menschen. "Wir verbrauchen es zu schnell." Eigentlich wollte die EU das Artensterben schon vergangenes Jahr unter Kontrolle bekommen.

Dramatische Situation bei Fischen

Rund ein Viertel der europäischen Tierarten - darunter Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Vögel und Schmetterlinge - sind heute nach Angaben der EU vom Aussterben bedroht. Dramatischer sieht es bei den Fischen aus: 88 Prozent der Fischbestände in der EU sind entweder überfischt oder erheblich dezimiert.

Nur 17 Prozent der untersuchten Lebensräume und Arten sind in guter Verfassung. "In Europa sterben Arten in einem beispiellosen Tempo aus", schreibt die EU.

In ihrem Strategiepapier nennt die Kommission sechs Ziele, mit denen vor allem die Gefahren für die Artenvielfalt bekämpft werden sollen. Neben nachhaltiger Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft gehört dazu auch die Bekämpfung eingewanderter Arten und die vollständige Umsetzung bestehender Naturschutzvorschriften zum Erhalt von Lebensräumen.

Überfischung, Überdüngung, Abholzung

Schuld am Artensterben sei vor allem der Mensch. Die Kommission macht keinen Hehl daraus, dass wirtschaftliche Interessen die Ursache des Übels sind: Überfischung, Überdüngung und Umweltverschmutzung treiben ebenso das Artensterben voran wie die Abholzen der Wälder, Monokulturen auf den Äckern, Naturzerstörung für Gewerbegebiete oder Strassen und die unkontrollierte Verbreitung fremder Arten.

Dabei hat der Verlust der Artenvielfalt erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen. So wird zum Beispiel der wirtschaftliche Wert der Insektenbestäubung in Europa auf 15 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Doch der "Fleiss" der Insekten lasse dramatisch nach. Ausserdem sei einer von sechs Arbeitsplätzen in der EU - direkt oder indirekt - an Umwelt oder Artenvielfalt geknüpft.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.