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Ex-Finanzchef belastet Lega-Gründer Bossi in Veruntreuungsskandal

Die italienische Oppositionspartei Lega Nord gerät immer tiefer in den Sumpf des Skandals um veruntreute Parteigelder. Der Ex-Schatzmeister der Partei, Francesco Belsito, belastet mit seinen Aussagen den vor zwei Wochen zurückgetretenen Parteichef Umberto Bossi.

Der 41-jährige Belsito wurde mehrere Stunden lang von den Mailänder Staatsanwälten befragt, die im Skandal um die Lega ermitteln. Dabei versicherte Belsito, dass er Bossi stets über die relevantesten Ausgaben informiert habe, die seine Familienangehörigen mit Parteigeldern getätigt hatten.

Er habe das volle Vertrauen des Lega-Vorsitzenden genossen. Die Parteispitze hätte ihm daher bei den Investitionen von Lega-Geldern freie Hand gegeben, wie italienische Medien gemäss der österreichischen Nachrichtenagentur APA vom Samstag bericheten.

Die Lega Nord ist wegen einer Affäre um Betrug und illegale Parteienfinanzierungen stark unter Druck geraten. Aus Ermittlungen der Mailänder Staatsanwaltschaft geht hervor, dass Belsito und Bossi Gelder aus den Parteikassen entwendet haben sollen.

Schwere Vorwürfe wurden auch gegen Bossis Söhne Renzo und Riccardo erhoben. Mehr als 200'000 Euro aus den Lega-Kassen sollen illegal an Bossis Söhne geflossen sein, weitere 200'000 bis 300'000 Euro an die Lega-Gewerkschaft SinPa, vermuten die Ermittler.

Mafiagelder gewaschen?

Dabei geht es um die Verwendung von Millionen aus dem Topf der Wahlkampfkostenerstattung, die der Lega jährlich zufliesst. Infolge des Skandals war Bossi - 25 Jahre lang Chef der Lega Nord - zurückgetreten.

Der 70-jährige Bossi hatte bisher stets behauptet, dass er von den Geldern die seinen Angehörigen zuflossen, nicht informiert gewesen sei.

Die Ermittlungen gegen die Lega werden auch von den Staatsanwälten von Reggio Calabria geführt. Sie wollen überprüfen, ob Belsito Gelder der 'Ndrangheta, dem Arm der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, gewaschen habe. In diesem Zusammenhang wurden der abtrünnige Mafioso Luigi Bonaventura sowie die Lega-Sekretärin Nadia Degrada befragt.

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