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Ex-Taliban-Gefangener Bergdahl muss nicht ins Gefängnis

Bergdahl (r.) verlässt als freier Mann das Militärgericht in Fort Bragg: Er hatte sich der Fahnenflucht und des Fehlverhaltens vor dem Feind für schuldig bekannt.

KEYSTONE/AP The Fayetteville Observer/ANDREW CRAFT

(sda-ats)

Der US-Soldat Bowe Bergdahl, der 2014 nach fünfjähriger Geiselhaft in einem umstrittenen Gefangenenaustausch freigekommen war, muss nicht ins Gefängnis. Das entschied ein Militärrichter in Fort Bragg am Freitag.

Der Richter ordnete aber die unehrenhaften Entlassung des 31-Jährigen aus dem Militär an und stufte seinen Rang herunter, wie ein Sprecher der US-Armee sagte. Bergdahl muss zudem zehn Monate lang eine Geldstrafe von 1000 US-Dollar zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte sich für eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren ausgesprochen.

Bergdahl bekannte sich in dem Verfahren der Fahnenflucht und des Fehlverhaltens vor dem Feind schuldig. Ihm wurde vorgeworfen, andere Soldaten in Gefahr gebracht zu haben, indem er sich Ende Juni 2009 unerlaubt von einem Stützpunkt in der afghanischen Provinz Paktika entfernte.

Stunden später wurde er von Taliban-Kämpfern gefangengenommen. Mit ihnen verbündete Militante hielten ihn fünf Jahre lang in Pakistan fest.

Unter dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama wurde Bergdahl schliesslich im Mai 2014 im Austausch gegen fünf in Guantánamo Bay gefangene Taliban freigelassen - ein stark umstrittener Handel. So hatte auch Donald Trump Bergdahl während des Präsidentschaftswahlkampfes mehrfach als "miesen Verräter" gebrandmarkt.

Trump kritisierte denn auch das Urteil scharf. Der Richterspruch sei eine "völlige und totale Schande für unser Land und unser Militär", schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter.

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