Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Mehr Personal und eine Klärung der Kompetenzen bei Vollzugslockerungen: Dies sind die Empfehlungen des Experten, der nach happigen Vorwürfen den bernischen Straf- und Massnahmenvollzug durchleuchtet hat.

Grundsätzlich stellt der am Donnerstag veröffentlichte Bericht dem Straf- und Massnahmenvollzug im Kanton Bern gute Noten aus. Er attestiere dem Kanton, dass das Personal seine Aufgaben absolut korrekt und auf gutem bis hohem Niveau erfülle, sagte Regierungsrat Hans-Jürg Käser vor den Medien in Bern.

Der bernische Polizei- und Militärdirektor entnimmt dem Expertenbericht weiter, dass weder in Witzwil noch in St. Johannsen eigentliche Missstände herrschten. Dies freue ihn für das Personal, das ganz offensichtlich "einen guten Job" mache, führte Käser aus.

Er werde den vorgeschlagenen Personalausbau im Rahmen des ordentlichen Budgetprozesses thematisieren, versprach der oberste politische Verantwortliche. Doch dies dürfte nicht einfach sein. "Im Kantonsparlament wird laut nach Sparen gerufen und der Straf- und Massnahmenvollzug hat keine Lobby", gab Käser zu bedenken.

Vorwurf der "Kuscheljustiz"

2009 geriet der bernische Straf- und Massnahmenvollzug nach mehreren Vorfällen in die Kritik. Die Vorwürfe waren happig: entwichene Insassen, Drogenhandel, unkontrollierte Besuche und freier Zugang zum Internet. Der Begriff "Kuscheljustiz" machte die Runde.

Polizeidirektor Käser liess daraufhin den Straf- und Massnahmenvollzug von einem unabhängigen Experten in der Person von Andreas Werren, dem ehemaligen Leiter des Amtes für Justizvollzug des Kantons Zürich, durchleuchten.

Käser stellte sich am Donnerstag dezidiert hinter die Form des offenen Strafvollzugs. Seit 2009 wurde namentlich im bürgerlichen Lager Kritik an dieser Vollzugsform laut.

Fünf Fälle wiegen schwer

Werren knöpfte sich zunächst die statistische Seite vor: In den Jahren 2000 bis 2009 begingen, soweit dies erfasst war, insgesamt 62 Gefangene neue Delikte. 25 davon innerhalb der Institutionen, 37 ausserhalb. Dies sei statistisch gesehen eine sehr geringe Quote, kommt Werren zum Schluss.

Allerdings seien fünf Fälle mit schweren Delikten bekannt. Diese trübten die sonst positive Bilanz. Es brauche beispielsweise auch eine Überprüfung und Klärung der Kompetenzen bei der Gewährung von Vollzugslockerungen im Massnahmenvollzug.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS