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Eine Rohingya-Frau betet in ihrem Zelt im Flüchtlingscamp Hakim Para in Bangladesch: Menschenrechtler haben weitere Belege gesammelt für schwere Verbrechen an der vertriebenen Bevölkerung - von Exekutionen und Massenvergewaltigungen ist die Rede.

KEYSTONE/AP/A.M. AHAD

(sda-ats)

Experten haben die Gewalt gegen die Minderheit der Rohingya in Myanmar als "Völkermord" bezeichnet. Es gebe "zunehmend Beweise" für diese Anschuldigung, erklärten die Menschenrechtsorganisation Fortify Rights und das Holocaust-Museum in Washington am Mittwoch.

Als Belege werden unter anderem Opfer mit durchgeschnittener Kehle angeführt. Andere Menschen seien vom Militär bei lebendigem Leib verbrannt worden.

Die Autoren von Fortify Rights haben nach eigenen Angaben mit mehr als 200 Überlebenden, Augenzeugen und Menschenrechtsexperten gesprochen, um gewaltsame Übergriffe der Sicherheitskräfte gegen die Rohingya von Oktober bis Dezember 2016 und ab Ende August 2017 zu dokumentieren. Ein 30-seitiger Bericht kommt nun zum Schluss, dass die Sicherheitskräfte des südostasiatischen Landes zumindest "Verbrechen gegen die Menschlichkeit und ethnische Säuberungen begangen haben".

Berichte von Massenvergewaltigungen

Zu diesem Schluss kommt auch Human Rights Watch. Die Vergewaltigungen zahlloser Frauen und Mädchen durch Soldaten und andere Gräueltaten seien Verbrechen gegen die Menschlichkeit, heisst es in einem am Donnerstag vorgelegten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

Vergewaltigungen seien "ein wichtiges und verheerendes Instrument der ethnischen Säuberungen" gegen die Rohingya", erklärte der Autor Skye Wheeler. Unzählige Frauen und Mädchen seien verletzt und traumatisiert worden.

28 der 29 befragten Vergewaltigungsopfer gaben demnach an, von mindestens zwei Soldaten vergewaltigt worden zu sein. Acht Frauen oder Mädchen berichteten von Vergewaltigungen durch mindestens fünf Soldaten. Zwei Frauen sagten, sie seien nach der Ermordung ihrer Kinder, Ehemänner oder Eltern vergewaltigt worden.

Flüchtlingswelle nach Eskalation

Der seit Jahren andauernde Konflikt in Myanmar war Ende August eskaliert, als muslimische Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit Gegengewalt.

Hunderte Menschen wurden umgebracht, ihre Häuser niedergebrannt. Mehr als 600'000 Rohingya flüchteten ins benachbarte Bangladesch. Auch die UNO spricht von "ethnischen Säuberungen", zuletzt hatte auch schon der französische Präsident Emmanuel Macron von einem "Völkermord" gesprochen.

Wegen der brutalen Verfolgung der Rohingya steht auch Myanmars faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi international in Kritik. Kritiker werfen der Friedensnobelpreisträgerin Untätigkeit vor. Nach jahrzehntelanger Militärherrschaft steht Suu Kyi allerdings dem immer noch mächtigen Militär gegenüber.

So rückte Myanmars Armeechef Min Aung Hlaing am Donnerstag von dem Versprechen von Suu Kyis Regierung ab, nach Bangladesch geflüchtete Rohingya wieder zurückzunehmen. Wichtig sei vor allem der "Wunsch" der in Rakhine lebenden Buddhisten, erklärte der Armeechef. Die muslimischen Rohingya könnten daher erst zurückkehren, wenn die "echten Bürger Myanmars" damit einverstanden seien.

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SDA-ATS