Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) baut Experten zufolge ihren Einfluss im Nordosten Nigerias rasch aus. Die Kämpfer des Ablegers der Terrororganisation behandelten die örtliche muslimische Bevölkerung relativ gut und hätten auch militärische Erfolge vorzuweisen.

Das erklärte die Denkfabrik International Crisis Group (ICG) in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Die Gruppe, die sich von der Terrormiliz Boko Haram abgespalten hatte, soll demnach auf rund 3500 bis 5000 Kämpfer angewachsen sein.

Der IS bemühe sich erfolgreich darum, die in dem Gebiet rund um den Tschadsee abwesende Regierung zu ersetzen und für die Menschen eine Grundversorgung sicherzustellen. Dazu gehörten das Bohren von Brunnen und die Aufrechterhaltung der Sicherheit, wie der Bericht erläuterte.

Die Gruppe habe daher "ein Niveau an Unterstützung bei der örtlichen Bevölkerung wie es Boko Haram nie gelungen war". Um die Terrormiliz zurückzudrängen, dürfe die Regierung daher nicht nur auf ein militärisches Vorgehen setzen, sondern müsse auch die Versorgung der Menschen in dem verarmten Gebiet verbessern, forderte die ICG.

Die Gegend im Bundesstaat Borno unweit der Grenzen zum Tschad und zum Niger wird seit vielen Jahren von islamistischen Extremisten heimgesucht. Seit 2010 hatte Boko Haram dort Fuss gefasst, wurde in den vergangenen Jahren jedoch zunehmend vom Militär zurückgedrängt.

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