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EZB-Präsident Trichet mit Internationalem Karlspreis ausgezeichnet

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, ist am Donnerstag in Aachen mit dem Internationalen Karlspreis ausgezeichnet worden. Trichet nahm den renommierten Preis im Krönungssaal des Aachener Rathauses entgegen.

Mit der Auszeichnung würdigte das Karlspreis-Komitee die Verdienste des Franzosen um den Zusammenhalt der Währungsunion und den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Binnenmarktes.

In seiner Laudatio auf Trichet nannte es EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso "ein wirkliches Privileg", mit dem Preisträger zusammenzuarbeiten. Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp würdigte vor den rund 850 Teilnehmern des Festaktes den neuen Karlspreisträger als "Garant dafür, dass die EZB ihrer grossen Verantwortung für Europa gerecht wird".

Trichet selbst nutzte die Preisverleihung, um für eine stärkere Zentralisierung der europäischen Wirtschaftspolitik zu plädieren. Wenn ein Land finanzielle Unterstützung erhalte, jedoch wie derzeit Griechenland nicht den geforderten Sparschritten nachkomme, sollten EU-Behörden verpflichtende Wirtschaftsentscheide für das Land treffen können, sagte er. "Vorstellbar wäre, dass europäische Behörden das Recht haben, gegen nationale wirtschaftspolitische Entscheidungen ein Veto einzulegen."

Der Karlspreis wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Die Verleihung findet traditionell am Auffahrtstag statt.

Mit Trichet nimmt zum zweiten Mal ein EZB-Präsident den Preis entgegen. 2002 hatte Wim Duisenberg diesen stellvertretend für den Euro bekommen. Weitere Preisträger sind Spaniens König Juan Carlos, der frühere US-Präsident Bill Clinton und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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