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Im Erdbebengebiet in Norditalien verbreiten nicht nur Nachbeben, sondern auch Diebesbanden Angst und Schrecken. Gauner gaben sich als Katastrophenhelfer aus und gehen in Supermärkten, Läden oder verlassenen Wohngebäuden auf Beutezug.

Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest, wie die Zeitung "Corriere della Sera" am Freitag berichtete Die Staatsanwaltschaften in Modena und Bologna leiteten Ermittlungen ein.

Eine Masche der Diebe besteht nach diesen Angaben darin, in Supermärkten mit Megafonen Warnungen vor einem neuen Erdbeben ausgeben und zum Verlassen des Gebäudes aufrufen. Das Wirrwarr nutzten sie dazu, möglichst viele Waren aus den Regalen mitzunehmen.

Andere "Sciacalli" (Schakale), wie die Plünderer genannt werden, gaben sich als Mitarbeiter des Katastrophenschutzes aus und forderten Bürger zum Verlassen ihrer Wohnungen auf, um dort dann einbrechen zu können.

Die Behörden riefen die Bürger auf, sich von den falschen Helfern nicht täuschen zu lassen. Sie wiesen darauf hin, dass Erdbeben nicht vorhergesagt werden könnten.

In der Region Emilia-Romagna waren am vergangenen Freitag bei einem Erdbeben 17 Menschen getötet worden. Gut eine Woche zuvor hatte es in derselben Gegend bei einem Beben schon sieben Tote gegeben. 14'000 Menschen sind infolge der Katastrophe ohne Bleibe. Etwa 3500 Betriebe mussten geschlossen werden. Tausende Menschen verloren ihre Arbeit.

Nach Angaben der Zeitung "La Stampa" wollen wegen der Erdbeben mehr als 3000 ausländische Arbeitskräfte aus dem betroffenen Gebiet in ihre Heimatländer zurückkehren. "Das ist mir hier zu gefährlich geworden", sagte ein 24-Jähriger aus Ghana, der seit drei Jahren in Italien lebt.

Bessere Stabilität der Häuser

Die Region wird immer wieder von teils starken Nachbeben erschüttert. Experten sind damit beschäftigt, die Stabilität vieler Häuser zu überprüfen.

Nach den schweren Beben will sich die Regierung Monti mit einem grossangelegten Plan gegen Erdbebenschäden wappnen. Das Land müsse dringend Massnahmen ergreifen, um besser auf solche Naturkatastrophen vorbereitet zu sein, forderte Umweltminister Corrado Clini.

Dazu zählte er Massnahmen für die Sicherheit vor allem älterer Gebäude. Die Umsetzung könnte bis zu 15 Jahre dauern. Die Regierung wolle sich am Plan bezüglich der italienischen Schulgebäude ein Beispiel nehmen. Dieser war nach dem Erdbeben in San Giuliano di Puglia im Jahr 2002 verabschiedet worden. Damals waren bei einem Einsturz 27 Kinder und eine Lehrerin getötet worden.

SDA-ATS