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Rückschlag für die FIFA bei ihrem Reformprozess: Chefaufseher Domenico Scala hat nach einem umstrittenen Entscheid des Weltverbandes beim Kongress in Mexiko-City seinen Rücktritt erklärt.

Der als integer geltende Baselbieter reagierte damit auf den Beschluss, dass das FIFA-Council für ein Jahr ermächtigt wurde, Mitglieder der eigenen Kontrollinstanzen zu benennen oder zu entlassen. Am Freitag hatte Scala den Kongress bereits vorzeitig verlassen.

"Die Gremien werden damit faktisch ihrer Unabhängigkeit beraubt und drohen zu Erfüllungsgehilfen derjenigen zu werden, die sie eigentlich überwachen sollten", schrieb der Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission in seiner Rücktrittserklärung.

Die nach vielen Skandalen um Reputation kämpfende FIFA verliert damit den bisherigen Architekten ihrer Reformagenda. Für den neuen Präsidenten Gianni Infantino ist der Rücktritt Scalas eine empfindliche Schlappe - zumal Scala die Reformbereitschaft des Weltverbandes unter Infantino infrage stellte.

"Ob die verabschiedeten Reformpunkte nun tatsächlich mit Fleisch und Blut gefüllt werden, bleibt derzeit offen", schrieb Scala. "Ich bin über diesen Entscheid konsterniert, da damit eine zentrale Säule der Good Governance der FIFA untergraben und eine wesentliche Errungenschaft der Reformen zunichte gemacht wird."

Die FIFA hatte in Mexiko die personelle Neuaufstellung der Kontrollgremien beschliessen wollen. Das Gremium soll je zur Hälfte aus unabhängigen Mitgliedern und Angehörigen der sogenannten FIFA-Familie bestehen. Da aber mehrere Kandidaten den Integritätscheck nicht bestanden, wurde das Council ermächtigt, diese Entscheidungen nachzuholen. Der Kongress kommt erst im Mai 2017 wieder zusammen.

Infantino hatte davor den Beschluss verteidigt: "Wir müssen in der Lage sein, flexibel zu reagieren. Man muss die handelnden Personen, die eine neue FIFA formen, an ihrer Arbeit messen. Warten wir ab, schauen wir, und dann kann man ein Urteil fällen", sagte der Walliser.

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SDA-ATS