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Seit 2005 arbeitet Atle Skaardal für den Weltverband FIS als Chef-Renndirektor im Frauen-Weltcup. Im Interview mit der Nachrichtenagentur sda spricht er über neue Wettkampf-Formate bei den Alpinen.

Zum Aufgabenbereich des 51-jährigen Norwegers gehört die Entwicklung des alpinen Skirennsports, zusammen mit dem Italiener Markus Waldner - in gleicher Funktion bei den Männern tätig - und auch mit diversen FIS-Komitees.

Deshalb wird am Mittwoch in Courchevel ein neues Wettkampf-Format getestet. In der französischen Skistation wird ein Parallelslalom, ausgeflaggt mit Riesenslalom-Toren, stattfinden. Die Top 32 der Qualifikation, die vorgängig in einem Lauf von rund 35 Sekunden Dauer durchgeführt wird, kommen weiter und werden für die K.o.-Runden am Abend gemäss Weltcup-Slalomstartliste in ein Tableau eingeteilt. In jeweils einem Lauf wird anschliessend ermittelt, wer eine Runde weiterkommt.

Skaardal selbst ist ein ehemaliger Skirennfahrer, der 1996 und 1997 Super-G-Weltmeister wurde und 1993 in Morioka hinter dem jetzigen Swiss-Ski-Präsidenten Urs Lehmann WM-Silber in der Abfahrt gewann. Im August 1997 musste der siebenfache Weltcupsieger Skaardal die Karriere auf Anraten der Ärzte wegen Knieproblemen beenden.

Atle Skaardal, die Frauen testen am Mittwoch in Courchevel ein neues Wettkampf-Format: ein Parallelslalom mit vorgängigem, kurzem Qualifikationslauf. Was versprechen Sie sich davon?

"Innerhalb der grossen FIS-Familie machen wir uns schon seit ein paar Jahren Gedanken, wie wir uns verbessern und entwickeln können. Wir wollen natürlich auch in Zukunft attraktiv bleiben und unseren jüngeren Fans etwas bieten können. Sie wollen hoffentlich solche kurzen Duelle, die mehr Action auf der Piste und schnellere Entscheidungen versprechen, vermehrt sehen."

Parallelslalom als Format...

"...ist natürlich nicht super-neu und haben wir schon im Weltcup. Ausserdem gibt es auch die City Events, welche sehr gut ankommen und mit welchen wir in die Städte gehen können. Dies ist für uns sehr interessant. Den neuen Parallel-Wettkampf sehen wir als guten Zusatz und nicht etwa als Ersatz für unsere Basisdisziplinen und Klassiker an. Es ist eine gute Möglichkeit, wie wir uns frischer präsentieren können."

Das heisst, es wird künftig einige Parallelslaloms mehr geben?

"Ja, sofern es beim Publikum, den Fahrern und auch den Organisatoren einigermassen gut ankommt. Dann sehe ich schon, dass wir in Zukunft einen Parallel-Weltcup durchführen werden, zu welchem die City Events und auch die individuellen Parallelrennen zählen würden. Als Basis sähe ich rund fünf bis sechs Veranstaltungen pro Saison. Der Sieger und die Siegerin erhielten, wie in den anderen Disziplinen auch, eine Kristallkugel."

Das heisst zugleich, die alpine Kombination wird definitiv verschwinden, nicht wahr?

"Ich möchte nicht vorgreifen. Aber ist kein Geheimnis, dass über die Kombination aus verschiedenen Gründen ständig diskutiert wird."

Welche Gründe sind das?

"Aus sportlicher Sicht gilt es leider zu sagen, dass nur sehr wenige Athleten sowohl Abfahrt wie auch Slalom gut beherrschen. Zudem waren die Kombinationen in den letzten Jahren vor allem auf der Frauen-Seite eine wirtschaftlich sehr schwierige Übung. Als Folge, dass wir uns teils nicht allzu attraktiv präsentieren konnten, floss eben weniger Geld. Letztlich aber muss für den Weltcup-Betreiber auch die finanzielle Seite passen. Die Kombination trotz den geplanten Neuerungen im Weltcup zu behalten, wird deshalb schwierig."

Und was wird mit der Kombination an Olympischen Spielen?

"Natürlich wollen wir die Anzahl Medaillen zumindest behalten. Warten wir mal ab, wie sich das Ganze in den nächsten paar Jahren entwickelt. Vielleicht haben wir aber bald auch eine individuelle Parallel-Entscheidung an WM und Olympischen Spielen."

Zumindest für die WM, die im Gegensatz zu Olympia in der Zuständigkeit der FIS liegt, gibt es ja bereits einen konkreten Vorschlag.

"Genau. Zwei Nationen haben für den nächstjährigen FIS-Kongress den Antrag gestellt, dass ab der WM 2021 in Cortina d'Ampezzo bei den Männern wie Frauen je ein individueller Parallel-Wettkampf ausgetragen werden soll."

Im Moment tragen die Männer in Alta Badia und die Frauen in Courchevel ein ähnliches, aber eben nicht ganz deckungsgleiches Rennen aus. Das sollte dann schon noch vereinheitlicht werden, oder nicht?

"Die genauen Eckpunkte müssen noch definiert werden. Ob dieser Wettkampf mit Slalom- oder Riesenslalom-Abständen ausgetragen wird, ist aus meiner Sicht sekundär. Entscheidender ist für mich, dass wir auf Männer- und Frauen-Seite den gleichen Ablauf für die Qualifikation und die zugewiesene Startposition haben. Das wird im Frühling zum Thema, und wir werden uns sicher auf eine gemeinsame Lösung einigen."

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SDA-ATS