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Stralsund - Fischerei, Unterwasserlärm, Umweltzerstörung und der Klimawandel bedrohen Wale weltweit. Darauf wiesen Forscher an der 24. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Walforschung in Stralsund (D) hin. Sie forderten einen besseren Schutz der Meeressäuger.
Offiziell gelten 30 Walarten, -unterarten oder -populationen als extrem gefährdet. Nach Einschätzung von Forschern ist die Zahl der bedrohten Arten und Populationen jedoch doppelt so hoch, wie der amerikanische Walforscher Bernd Würsig zur Eröffnung der Jahrestagung sagte.
Als besonders gefährdet gelten verschiedene Flussdelfin-Arten in Südasien, die in "furchtbarer Verfassung" seien, und der Ostsee-Schweinswal. Auch Grosswale wie der bis zu 18 Meter lange Nordkaper in Nordatlantik und Nordpazifik seien stark gefährdet.
Nach dem massenweisen Fang bis Mitte des 20. Jahrhunderts hätten sich diese Bestände des Nordkapers nicht mehr erholen können. Im Nordatlantik würden nur noch 300 Tiere gezählt, darunter ganz wenige weibliche. In Stralsund beraten bis Mittwoch 450 Walforscher aus 34 Ländern über aktuelle Forschungsergebnisse.
Die Forscher forderten die Politik zum stärkeren Schutz der Meeressäuger auf. Man dürfe nicht immer warten, bis weitere Daten vorliegen, sagte Würsig. Der Chef des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke, beklagte, dass es noch immer viel zu lange dauere, bis Forschungsergebnisse in gesetzliche Vorschriften und dann auch praktisch umgesetzt würden.
Die grössten Bedrohungen für den in Nord- und Ostsee lebenden Schweinswal seien Fischernetze, in denen die Meeressäuger als Beifang verenden, und der Unterwasserlärm durch den Bau von Windparks vor den Küsten.

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SDA-ATS