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Während sich Aussenseiter Kroatien vor dem WM-Final in Moskau entspannt gibt, wirken die französischen Protagonisten vor allem fokussiert. Frankreich muss, Kroatien darf den Final gewinnen.

"Ruhe, Vertrauen und Konzentration", nannte Frankreichs Trainer Deschamps als wichtigste Faktoren in der Vorbereitung auf die Partie am Sonntag. Und Torhüter Hugo Lloris sagte: "Wir müssen weiter in unserer Blase bleiben und den Fokus aufrecht erhalten." Nicht noch einmal soll den Franzosen das Gleiche wie 2016 widerfahren, als sie an der Heim-EM nach dem gewonnen Halbfinal gegen Weltmeister Deutschland den vermeintlich sicher geglaubten Titel im Final gegen Aussenseiter Portugal noch aus den Händen gaben. "Es war schwierig für uns, aber so ist Fussball", sagte Lloris. "Wir wussten nicht, ob wir je eine zweite Chance erhalten würden. Nun haben wir die Möglichkeit, nach der WM-Trophäe zu greifen."

Aus Sicht von Trainer Deschamps ist die Mannschaft von 2016 mit der heutigen nicht vergleichbar. "14 Spieler waren damals noch nicht dabei. Und denjenigen, die dabei waren, wird diese Erfahrung helfen." Dass Gegner Kroatien über ein wesentlich älteres und routinierteres Team verfügt, sieht der 49-Jährige nicht als Nachteil. "Wir sind in diesem Turnier schon auf viele Mannschaften getroffen, die mehr Erfahrung aufwiesen als wir."

Den Franzosen fällt aufgrund der individuellen Klasse und der bisherigen Auftritte die Rolle des Favoriten zu. Nach 1998 und 2006 bestreiten sie ihren dritten WM-Final, keines der fünf bisherigen Duelle mit Kroatien haben sie verloren. Ihr Weg in den Final verlief wesentlich weniger steinig als derjenige der "Vatreni", die in jedem K.o.-Spiel in die Verlängerung mussten und sich zweimal erst im Penaltyschiessen durchsetzten.

Gelassene Kroaten

Im Gegensatz zu den Franzosen gaben sich die Kroaten am Tag vor dem Spiel entspannt. "Die ganze Welt schaut zu. Ich werde den Spielern keinen Druck machen, wir wollen nicht verkrampfen oder in Ehrfurcht erstarren", sagte Trainer Zlatko Dalic. "Wir sind hierhergekommen, um es zu geniessen." Als wollte er die kroatische Lockerheit und Unbeschwertheit demonstrieren, hatte Dalic nach dem Sieg gegen England ein Video auf Instagram veröffentlicht, welches die Mannschaft zeigt, wie sie in ihrem Hotel bis in die frühen Morgenstunden den Finaleinzug feierte.

"Was auch immer geschehen wird: Wir werden glücklich und stolz sein, das haben wir uns verdient", sagte Dalic. Kroatien ist mit gut vier Millionen Einwohnern das kleinste Land nach Uruguay, das jemals einen WM-Final erreichte. Gewinnen die Kroaten am Sonntag den Titel, wären sie der neunte Weltmeister der Geschichte. Erst einen Titel haben bislang England, Frankreich und Spanien geholt.

Neben dem Feiern und Geniessen des historischen Erfolgs stand in den letzten Tagen bei den Kroaten die Regeneration im Vordergrund. "Wir haben nichts mehr zu trainieren, wir müssen uns nur ausruhen", sagte Dalic. Im Abschlusstraining am Samstag fehlte Ivan Perisic, der nicht nur seiner beiden Skorerpunkte wegen der überragende Spieler gegen England gewesen war.

Dauerläufer Rakitic

Dass der deutlich höhere Kräfteverschleiss im Lauf des Turniers ein Nachteil sein könnte, glaubt im Lager der Kroaten niemand. "Es ist ein historisches Spiel für uns, die Erfüllung eines Traums", sagte Ivan Rakitic. "Das gibt uns zusätzliche Energie, wir werden uns gegenseitig tragen." Der 30-jährige Aargauer hat allein in dieser Saison für den FC Barcelona und die Nationalmannschaft gegen 70 Spiele bestritten.

Als Schüssel zum Sieg sieht Rakitic die eigene Stärke. "Frankreich hat grossartige Spieler und steht verdient im Final. Wir müssen uns aber auf uns fokussieren und unser Spiel spielen." Rakitic glaubt, dass die Mehrheit der Fussball-Welt Kroatien unterstützen wird. Er selbst habe Nachrichten aus diversen Ländern erhalten. "Wir werden alles geben, damit wir das Feld mit erhobenem Haupt verlassen können", so Rakitic. "Und mit etwas Glück gewinnen wir auch - genug stark dazu sind wir."

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SDA-ATS