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Mindestens 10'000 Teilnehmende soll eine grosse Umfrage zur Sexualität in der Jugend erreichen. (Symbolbild)

KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

(sda-ats)

Rund ein Sechstel der Menschen zwischen 24 und 27 Jahren in der Schweiz erhält dieser Tage Post von Lausanner und Zürcher Forschenden. Diese wollen mit einer Umfrage das Sexleben in der Jugend ergründen.

Sexting, Viagra, die Pille danach, das Ende der Tabus rund um Homosexualität und das Bewusstsein über das Transgender-Phänomen: In den letzten 20 Jahren hat sich eine Menge in Sachen Sexualität verändert. Ein interdisziplinäres Forscherteam der Universität und des Universitätsspitals Lausanne (CHUV) sowie des Universitätsspitals Zürich wollen eine Bestandsaufnahme des Sexuallebens heutiger Jugendlicher vornehmen.

Die Studie startet mit Briefen an 40'000 Menschen, die zwischen 1989 und 1993 geboren wurden, die also bereits mit etwas Abstand auf ihre ersten intimen Beziehungen zurückblicken. Die Umfrage soll Informationen über die Chronologie sexueller Erfahrungen junger Menschen sammeln und den Zusammenhang mit anderen Ereignissen aus den Bereichen der physischen und psychischen Gesundheit, der emotionalen Beziehungen, sowie Bildung und Berufseinstieg beleuchten.

Sexualität beeinflusst das Wohlbefinden

"Die Sexualität lässt sich nicht von anderen Bereichen des Lebens trennen", erklärt Joan-Carles Suris von der Uni Lausanne, Hauptverantwortlicher des vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierten Projekts, gemäss einer Mitteilung der Hochschule. Wenn die eigene Sexualität unter den Erwartungen bleibe, sei es bei der Quantität oder bei der Qualität, oder wenn sie sich aus verschiedenen Gründen problematisch gestalte, könne das Wohlbefinden darunter leiden, so der Forscher.

Zu den Fällen von problematischer Sexualität, die im Rahmen der Studie erforscht werden soll, zählt beispielsweise das Eingehen von Risiken durch ungeschützten Sex mit Gelegenheitspartnern - ein Phänomen, das oft mit dem Konsum von Alkohol oder Drogen zusammenhängt. Zudem geht es auch um unerwünschte sexuelle Kontakte, die nicht unbedingt in einem gewaltsamen Rahmen stattfinden müssen, aber trotzdem zu Leiden führen können.

Ebenfalls werden die Teilnehmer zu funktionalen Problemen befragt. Für Frauen fällt darunter beispielsweise vaginale Trockenheit und dadurch verursachte Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, für Männer sind dies zum Beispiel Erektionsstörungen oder vorzeitige Ejakulation. All diese und weitere Fragen soll die Umfrage mit Fokus auf die zeitliche Abfolge verschiedener Ereignisse im Leben der Jugendlichen beleuchten.

Letzte Umfrage liegt über 20 Jahre zurück

Die letzte Umfrage zum Sexualleben junger Menschen fand im Jahr 1995 statt, als die Gesellschaft viele der grossen Umwälzungen der jüngeren Vergangenheit noch nicht durchlebt hatte - darunter unter anderem der Siegeszug von Internet und sozialen Netzwerken.

Für die neue Befragung werden zufällig ausgewählte Personen per Post kontaktiert und können online einen anonymen "Lebenskalender" ausfüllen, in dem sie die verschiedenen Ereignisse im Laufe ihres Lebens notieren können. Diese visuelle und interaktive Form der Befragung habe sich bereits in einer Pilotstudie unter Studierenden der Uni Lausanne gegenüber herkömmlichen Fragebögen bewährt, um das autobiografische Gedächtnis zu stimulieren, hiess es seitens der Hochschule.

Ziel ist es, mindestens 10'000 Teilnehmende zu gewinnen. Erste Resultate in Form eines Berichts sollen Anfang 2018 veröffentlicht werden, gefolgt von mehreren Fachpublikationen zu verschiedenen Aspekten des Projekts.

SDA-ATS