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Sich gegenseitig an der Hand zu halten, ist eine typische Angstreaktion in Gruppen, wie Forscher berichten. Hier reagieren Besucherinnen einer Touristenattraktion in Las Vegas auf eine nachgestellte Exekution.

KEYSTONE/AP/JOHN LOCHER

(sda-ats)

Angesichts eines Schreckens ergreifen Menschen in Gruppen nicht immer die Flucht, sondern klammern sich aneinander. Zu diesem Schluss kommen Neuenburger Forschende mit Kollegen, indem sie die Reaktionen von Besuchern einer Geisterbahn ausgewertet haben.

Verhaltensforscher der Universität Neuenburg und der "Ecole normale supérieure" (ENS) in Paris haben 460 Fotos von Angstreaktionen aus einer Geisterbahn untersucht. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Menschen angesichts eines Schreckens nicht unbedingt mit Flucht reagieren, wie die Wissenschaftler kürzlich im Fachblatt "Royal Society Open Science" berichteten.

"Sobald man sich in einer Gruppe befindet, überwiegen die sozialen Bindungen dem Willen, nur an sich selbst zu denken", liess sich Guillaume Dezecache von der Uni Neuenburg in einer Mitteilung seiner Hochschule zitieren.

Individuen versuchen demnach, sich zu beruhigen, indem sie ihre Begleitung am Arm ergreifen. Und sie erwarten, dass die andere Person das Gleiche tut - ein Ausdruck gegenseitiger Sorge. Aber nur auf den ersten Blick, denn dahinter verbergen sich weniger altruistische Motive.

Festklammern als Selbstschutz

"Die soziale Handlung, physischen Kontakt mit der anderen Person zu suchen, ist tatsächlich von dem Wunsch motiviert, sich selbst zu schützen", erklärte Julie Grèzes von der ENS. Dies zeige sich darin, dass das gegenseitige Festhalten umso mehr abnimmt, je grösser die Gruppe ist. "Oder, und das ist am erstaunlichsten, sobald Kinder dabei sind." Kinder klammerten sich mehr an anderen fest, würden aber selbst weniger festgehalten.

Die Studie ist Teil einer Reihe von Untersuchungen über das Verhalten von Gruppen und Menschenmengen bei - manchmal extremer - Angst, wie bei Geiselnahmen oder Attentaten. Anders als bei der Befragung von Überlebenden, die nur im Nachhinein mit etwas Abstand ihre subjektiven Eindrücke mitteilen können, fokussierte die nun veröffentlichte Studie auf die unmittelbare Angstreaktion.

Die Fotos stammten aus der Touristenattraktion "Nightmares Fear Factory" in Niagara Falls (Kanada), die ihren Besuchern das angsteinflössendste Erlebnis der Welt verspricht. Die "Angstfabrik" veröffentlicht regelmässig Bilder ihrer Gäste im Augenblick des Schreckens, die von automatischen Kameras aufgezeichnet werden. Diese Fotos dienten den Forschenden als Grundlage für ihre Untersuchung.

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SDA-ATS