Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Forscher entschlüsseln biologische Grundlagen der Schizophrenie

Mit Hilfe von Stammzellen haben Forscher biologische Grundlagen der Schizophrenie entschlüsselt. Die Laborstudie zeigt, dass Nervenzellen von solchen Patienten sich schlechter vernetzen. Zudem war bei diesen Neuronen die Aktivität von Hunderten Genen gestört.

Die Studie könnte die Therapie der Erkrankung deutlich verbessern: Denn an den Nervenzellen konnten die Forscher an den Neuronen den Effekt von Medikamenten direkt prüfen.

Die Grundlagen der Schizophrenie sind weitgehend ungeklärt. Insbesondere rätseln Wissenschaftler, wie viel Einfluss Umgebung und Erbanlagen haben.

"Niemand weiss, wie sehr die Umwelt zu der Krankheit beiträgt", sagt Studienleiter Fred Gage vom kalifornischen Salk-Institut. "Indem wir Nervenzellen im Labor züchten, können wir die Umwelt aus der Gleichung nehmen und uns auf die zugrunde liegenden biologischen Faktoren konzentrieren."

Hautzellen geben Aufschluss

Die Wissenschaftler entnahmen vier Schizophrenie-Patienten, die erblich vorbelastet waren, zunächst Hautzellen. Diese programmierten sie dann zu pluripotenten Stammzellen um, welche sie dann zu Nervenzellen züchteten.

Diese Neuronen verglichen sie schliesslich mit Nervenzellen von gesunden Menschen. Im Vergleich dazu bildeten die Neuronen weniger Verzweigungen. Zudem war in den Zellen die Regulation von rund 600 Genen gestört. Bei einem Viertel von diesen war eine Beziehung zu Schizophrenie bereits bekannt.

Zudem konnten die Forscher an den Nervenzellen die Wirkung von Medikamenten testen, die gewöhnlich gegen Schizophrenie verabreicht werden. Nur eines der Mittel steigerte die Vernetzung der Neuronen und besserte die Genaktivität.

Mit diesem Verfahren könne man prüfen, wie sich ein Medikament auf die Nervenzellen eines bestimmten Patienten auswirke, betonen die Forscher in der Zeitschrift "Nature".

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.