Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

In Indien ist erneut eine Frau Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden. Mehrere Männer missbrauchten eine Foto-Reporterin in einer Fabrikruine im Zentrum der indischen Küstenmetropole Mumbai. Die 22-Jährige wurde mit inneren Blutungen in ein Spital gebracht.

Der Zustand der jungen Frau ist laut Medienberichten stabil. Sie sei am frühen Donnerstagabend für Fotoaufnahmen für ein Lifestyle-Magazin unterwegs gewesen, sagte Polizeikommissar Satyapal Singh. Vor einer stillgelegten Baumwollspinnerei wurden die Fotografin und ihr Kollege demnach von einer Gruppe attackiert.

Der Mann wurde zusammengeschlagen und mit einem Gürtel gefesselt, während die Frau von mehreren Männern in das alte Gebäude gezerrt und dort vergewaltigt wurde. Einer der flüchtigen Täter wurde inzwischen festgenommen. Vier weitere Verdächtige seien identifiziert, aber noch nicht gefasst, sagte Singh. Die Verdächtigen leben offenbar alle in der Nähe des Tatorts.

Grosser Aufschrei

Die jüngste sexuelle Attacke sorgte am Freitag für einen riesigen Aufschrei in Indien. Im Internet fanden sich zahlreiche entsetzte Kommentare. Viele Nutzer äusserten sich insbesondere darüber schockiert, dass ausgerechnet Mumbai Schauplatz des Verbrechens war. Die Millionenmetropole, die früher Bombay hiess, gilt allgemein als eine der sichersten indischen Städte für Frauen.

Im Parlament in Neu Delhi warfen die Abgeordneten die Tagesordnung über den Haufen und diskutierten über die Sicherheit von Frauen im Land. "Wir sind nur Zuschauer bei den ganzen Verbrechen gegen Frauen", sagte Oppositionspolitikerin Smriti Irani im Parlament.

Sie verwies auf die "bestialische Tat" vom Dezember, als eine 23 Jahre alte Studentin in der Hauptstadt Neu Delhi in einem Bus entführt, vergewaltigt und mit einer Eisenstange gefoltert worden war und schliesslich verstarb. Nichts habe sich seither verändert. Alle im Land hätten ein Déjà-vu, kommentierten Nachrichtenreporter.

Verschärfte Gesetze

Das Verbrechen hatte im Dezember landesweit Proteste ausgelöst. Der Zorn der Demonstranten richtete sich auch gegen Regierung und Polizei, denen vorgeworfen wurde, zu wenig zum Schutz von Frauen zu unternehmen. Die Gesetze wurden daraufhin verschärft und die Polizei sensibilisiert. Mittlerweile werden viel mehr sexuelle Verbrechen angezeigt.

Erst am Donnerstag berichtete die Nachrichtenagentur IANS von der Vergewaltigung einer 22-Jährigen in Neu Delhi. Am Mittwoch machte der Fall einer Achtjährigen aus Orissa Schlagzeilen. Das Mädchen soll in einem Slum in Bhubaneswar vergewaltigt und dann erwürgt worden sein.

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

SDA-ATS