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Das Foto-Verbot in Bergün in Graubünden irritiert und verärgert - aber es wird international beachtet.

KEYSTONE/GEMEINDE BERGUEN

(sda-ats)

Das gemeindeweite Fotoverbot im Bündner Bergdorf Bergün hat zahllose Reaktionen ausgelöst im In- und Ausland. Das Spektrum reicht von Verwunderung über Unverständnis bis zu aggressiver Kritik. Rein positive Kommentare sind klar in der Minderheit.

Während auf den Social Media neugierige Irritationen über das seltsame Geschehen im kleinen Alpendorf vorherrscht, ergiesst sich in den Kommentaren auf Schweizer Medienportalen ein veritabler Shitstorm über die "unverschämten" Bergüner. Offenbar fühlt sich der kommentierende einheimische Leser durch die augenzwinkernd gemeinte Werbeaktion auf "arrogante Art" bevormundet.

Der Tenor lautet: "Nach Bergün fahre ich nun erst recht nicht. Verbote gibt es in der Schweiz schon genug." Mit "Charme und Cleverness" solle der Werbegag rüberkommen, sagte der dahinter stehende Werbeprofi Dennis Lück dem Online-Portal persoenlich.com.

Bei den Schweizer Kommentarschreibern kommt das so aber nicht an. Sie sprechen von "Dummheit" und "Arroganz" der Bündner Bergler.

Der Bergüner Tourismusdirektor Marc-Andrea Barandun lässt sich davon nicht beirren. Er sei zwar "kaputt", aber es gehe ihm gut, sagte er am Mittwochvormittag der Nachrichtenagentur sda. "Seit zwei Tagen läuten meine drei Telefone gleichzeitig", lacht er zufrieden. Das Medienecho ist riesig und international.

In Graubünden belächelt

In Graubünden, wo das Gespür für den Bergtourismus und seine Nöte und Bedürfnisse naturgemäss grösser ist, als im Mittelland, wird die Aktion eher belächelt. Man glaubt nicht, dass der gewichtige Schritt eines gesetzlich verankerten Fotoverbotes sich länger als zwei, drei Tage in den Medien halten wird. Und dass im Gegenzug viel Goodwil bei potentielle Gästen verspielt wird mit der angedrohten Busse von fünf Franken, sollte sie beim Fotografieren erwischt werden.

Die Touristen in Bergün reagieren verwirrt, ungläubig und manchmal gar verärgert. Dieses Bild vermitteln zumindest vor Ort gemachte Umfragen der Bündner Medien. Man wolle ja nicht den Kirchturm nach Hause nehmen, sondern ein Bild davon, wird ein Zürcher Wanderer von der "Südostschweiz" zitiert.

Weiterhin hinter der Idee zu stehen scheinen die Bergüner selber. Zwar erschrecken manche über die Flut negativer Kommentare, aber sie sehen, dass nun gesprochen wird über Bergün, in vielen Ländern, auf verschiedensten Kanälen.

Sie sehen, dass ihr Zuhause, von Unterländern zur potentialarmen alpinen Brache erklärt, nun regelrecht aus der Versenkung katapultiert wird. Etwas Hoffnung weiterhin eine Zukunft zu haben auf 1500 Meter über Meer keimt da durchaus auf.

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SDA-ATS