Navigation

Frankreich plant hohe Geldstrafen bei Tragen von Ganzkörperschleier

Dieser Inhalt wurde am 30. April 2010 - 13:10 publiziert
(Keystone-SDA)

Paris - Das in Frankreich geplante Verbot von muslimischen Ganzkörperschleiern soll mit harten Strafandrohungen kombiniert werden. Männer, die Frauen zum Tragen von Burka oder Nikab zwingen, müssen bis zu ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von 15'000 Euro fürchten.
Frauen drohen beim Tragen eines Ganzkörperschleiers gemäss einem Gesetzesentwurf bis zu 150 Euro Strafe. Zusätzlich oder alternativ ist die Verpflichtung zu einem "staatsbürgerlichem Praktikum" angedacht. Bei ihm soll den Frauen vermittelt werden, warum in Frankreich das Verhüllen des Gesichts nicht erwünscht ist.
Die vergleichsweise glimpflichen Strafandrohungen für die Trägerinnen der Ganzkörperschleier begründet das Justizministerium mit dem Zwang, der vielfach ausgeübt werde.
"Die Frauen sind häufig Opfer", zitierte die Pariser Tageszeitung "Le Figaro" einen Mitautoren des Textes. "Dieses Gesetz ist nicht dafür da, die französische Gesellschaft vor dem Islamismus zu schützen, sondern dafür, die Frauen und ihre Rechte zu schützen."
Das Gesetz zum Totalverbot von Kleidung, die wie Nikab und Burka das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit verdecken, soll Anfang Juli von der Nationalversammlung verabschiedet werden. Die endgültige Verabschiedung durch den Senat ist für September vorgesehen.
Belgien ist Frankreich damit einen Schritt voraus. Dort billigte das Parlament bereits am Donnerstagabend ein entsprechendes Gesetz. Der Senat muss allerdings ebenfalls noch zustimmen.
Die Menschenrechts-Organisation Amnesty International (AI) kritisierte den geplanten Burka-Bann in Belgien. Ein generelles Verbot der Vollverschleierung verletze grundlegende Rechte, heisst es in einer Mitteilung der Schweizer AI-Sektion.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Passwort ändern

Soll das Profil wirklich gelöscht werden?