Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Frankreich und etwas überraschend Kroatien bestreiten am Sonntag ab 17 Uhr im Luschniki-Stadion in Moskau den WM-Final.

Zwei Fragen stellen sich vor dem Endspiel: Gewinnt Didier Deschamps 20 Jahre nach dem Triumph als Spieler die WM-Trophäe auch als Trainer? Oder kürt Russland mit Kroatien einen neuen Weltmeister?

Immer wieder ist der 8. Juli 1998 in diesen Tagen ein Thema. Es war der Tag, als Frankreich im WM-Halbfinal im Stade de France in Paris Kroatien dank zwei Treffern von Lilian Thuram 2:1 besiegte und erstmals in einen WM-Final einzog. "Ich weiss noch, wie wir Sukers Führungstor bejubelt haben", sagte Kroatiens Trainer Zlatko Dalic. "Aber kaum sassen wir wieder, fiel der Ausgleich." Jeder in Kroatien erinnere sich an dieses Spiel. "Und vielleicht gibt uns der liebe Gott ja die Möglichkeit, dieses Ergebnis nun zurechtzurücken."

Mittendrin vor 20 Jahren war Dalics Gegenüber Didier Deschamps. Als Captain führte er "Les Bleus" zum ersten und bislang einzigen WM-Titel. Nun könnte er am Sonntag mit Mario Zagallo und Franz Beckenbauer gleichziehen und den WM-Pokal auch als Trainer gewinnen. "Er wird von uns respektiert, weil er die WM 1998 gewonnen hat", sagte Antoine Griezmann. "Er kennt den Weg, der zu gehen ist. Wir glauben an ihn, wir vertrauen ihm, wir spielen für ihn."

Auch für Kroatien symbolisierte 1998 bis zum Turnier in Russland den grössten Erfolg der Geschichte. Immer wieder war die Generation um Luka Modric an jener des heutigen Verbandspräsidenten Davor Suker gemessen worden, die hohen Erwartungen der gut vier Millionen Einwohner konnte sie nie erfüllen. "Nun haben wir diese Generation endlich vergessen gemacht", sagte Verteidiger Dejan Lovren.

Lovren und seine Kollegen haben die womöglich letzte Chance genutzt, auf der WM-Bühne zu glänzen. Die Mannschaft steht im Zenit ihrer Leistungsstärke, acht der elf Spieler sind 29 oder älter, spätestens nach der EM 2020 dürfte ein Umbruch folgen. Ganz andere Perspektiven eröffnen sich der "Equipe Tricolore". 17 der 23 französischen Kaderspieler sind in den Neunzigerjahren geboren, gewinnen Griezmann und Co. am Sonntag den Titel, könnte dies der Beginn einer Ära sein.

Mbappé oder Modric

Das Duell zwischen Frankreich und Kroatien ist auch eines zwischen Luka Modric und Kylian Mbappé. Während sich andere Superstars wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder Neymar frühzeitig aus dem Turnier verabschiedeten, spielten sich der 32-jährige Regisseur von Real Madrid und der 19-jährige Flügelstürmer von Paris Saint-Germain in den letzten Wochen ins Rampenlicht. Die beiden werden als erste Anwärter auf die Auszeichnung zum besten Spieler des Turniers gehandelt.

Modric ist der Taktgeber im kroatischen Team und weist am Sonntag nach seinen vier Champions-League-Titeln mit Real Madrid die grösste Final-Erfahrung aller Akteure auf. "Er ist unser wichtigster Mann und der beste Mittelfeldspieler der Welt", sagte Lovren. "Er ist nicht Messi, weil er die Dinge, die Messi macht, nicht kann." Aber Modric könne andere Dinge. "Und er hat Rakitic an seiner Seite." Der in Möhlin aufgewachsene schweizerisch-kroatische Doppelbürger ist der kongeniale Partner von Modric im zentralen Mittelfeld.

Steht Modric für die kroatische Gegenwart, so tut dies Mbappé für die französische Zukunft. "Liberté, Égalité, Mbappé", schrieb die Süddeutsche Zeitung nach der Doublette des 19-Jährigen im Achtelfinal gegen Argentinien in Anlehnung an den Ausruf, der sich an dem Gedankengut der Französischen Revolution 1789 orientiert. Auch im Halbfinal gegen Belgien deutete der Teenager an, warum er als das grösste Talent im Weltfussball gehandelt wird. Mbappés grösste Stärke sei dessen Gelassenheit vor dem Tor, sagte Deschamps. Hinzu kommt seine Schnelligkeit: In Russland wurden bis 38 km/h gemessen.

Frischere Franzosen?

Während Frankreich souverän in den Final vorstiess, zeichnete sich Kroatien in der K.o.-Phase durch seine Leidensfähigkeit und Moral aus. Gegen Dänemark, Russland und England lagen die "Vatreni" in Rückstand, setzten sich aber dennoch durch; im Achtel- und im Viertelfinal im Penaltyschiessen, im Halbfinal nach Verlängerung. "Wir sind ein Land voller Menschen, die nie aufgeben", sagte Dalic. Verteidiger Lovren glaubt nicht, dass sich die drei Verlängerungen und ein Tag weniger Pause vor dem Final als Nachteil erweisen werden. "Vergiss es!" Schon vor der Partie gegen England hätten alle gesagt, sie seien müde. "Aber wir hatten die frischeren Beine."

"Les Bleus" setzten in der K.o.-Phase gegen Argentinien (4:3), Uruguay (2:0) und Belgien (1:0) durch, wobei der Pragmatismus meistens vor dem Spektakel kam. Die vereinzelte Kritik am Spielstil wie nach dem Halbfinal gegen Belgien lässt die Protagonisten kalt. "Ich will diesen Stern", sagte Griezmann. "Und wenn ich diesen Stern habe, dann ist mir egal, wie wir gespielt haben."

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










Umfrage zu SWI swissinfo.ch

Online-Umfrage ausfüllen: Tastatur und eintippen close-up

Liebe Auslandschweizer, sagen Sie uns Ihre Meinung.

Meinungsumfrage

SDA-ATS