Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Paris - Knapp eine Woche nach den ersten Abschiebungen hat die französische Polizei zwei weitere unerlaubte Roma-Lager geräumt. In einem Vorort von Lille durften die Roma am Dienstag noch einige Habseligkeiten zusammenpacken, bevor ein Bulldozer ihre Unterkünfte niederwalzte.
Rund 20 Roma wurden festgenommen, die Hälfte davon Kinder. Ihnen wird illegales Campieren auf städtischem Gelände vorgeworfen. In Marseille vertrieb die Polizei 40 Roma aus einer ehemaligen Chemikalien-Lagerhalle und riss das Gebäude ab.
Präsident Nicolas Sarkozy hatte die Schliessung von etwa 300 Roma-Lagern in ganzem Land angeordnet, nachdem es im vergangenen Monat zu Konflikten zwischen Polizei und Einwanderern sowie schweren Ausschreitungen in zwei französischen Städten kam. Mehr als 200 Roma wurden seither in ihre Heimatländer zurückgeschickt.
Der französische Europa-Staatssekretär Pierre Lellouche wehrte sich unterdessen in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Le Figaro" gegen Vorwürfe aus Rumänien und Bulgarien, Frankreich habe Roma "deportiert". "Wir haben lediglich europäisches Recht angewandt. Es handelt sich um eine freiwillige Rückkehr inklusive einer finanziellen Unterstützung", schrieb Lellouche.
Er forderte Rumänien und Bulgarien zu einer besseren Integration ihrer Minderheiten auf. "Wir setzen darauf, dass Rumänien und Bulgarien ihre Verantwortung gegenüber ihren eigenen Bürgern wahrnehmen." Dafür solle auch ein Teil der EU-Hilfen verwendet werden.
Kritik nimmt zuUnterdessen mehrt sich in Frankreich der Protest. Eine Ärztin, die für ihre Einsätze in Notgebieten in die Ehrenlegion aufgenommen werden sollte, lehnte dies unter Hinweis auf die "ethnische Diskriminierung" der Roma durch die Regierung ab.
Ex-Premierminister Dominique de Villepin erregte Aufsehen mit der Bemerkung, dass Frankreichs Flagge durch die Ausweisung der Roma nun besudelt sei. Menschenrechtsgruppen und Oppositionspolitiker haben für die kommende Woche haben sie zu einem landesweiten Protest aufgerufen.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS