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Bei Frankreichs oppositionellen Konservativen ist mit Blick auf die nächste Präsidentschaftswahl in vier Jahren ein offener Machtkampf entbrannt. Der frühere Premierminister François Fillon attackierte am Donnerstagabend Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy mit harten Worten.

Er binde das Schicksal der konservativen Partei UMP nicht an einen Mann, sagte Fillon bei einer Veranstaltung im südfranzösischen La Grande Motte mit Blick auf Sarkozy, dem er fünf Jahre lang als Regierungschef gedient hatte. "Die UMP kann nicht eingefroren, in Habachtstellung, auf einen rettenden Engel warten."

Jeder habe das Recht, seinem Land dienen zu wollen, und jeder könne bei den Vorwahlen der Konservativen 2016 antreten, fügte Fillon hinzu. "Aber niemand kann sagen: 'Gehen sie weiter, es gibt nichts zu sehen, der Ausweg bin ich.'"

Sarkozy hatte am Montag eine Rede vor dem UMP-Parteivorstand gehalten - zum ersten Mal seit 2007, als er zu Frankreichs Staatschef gewählt worden war und daraufhin die Parteiführung abgegeben hatte.

Sarkozy liebäugelt mit Comeback

Bei der Sitzung ging es zwar um das Finanzdebakel der Konservativen nach der Aberkennung von knapp elf Millionen Euro Wahlkampfhilfe für Sarkozys Präsidentschaftswahlkampf 2012; der 58-Jährige nutzte den Auftritt aber für eine politische Grundsatzrede, die die Spekulationen über ein mögliches politisches Comeback weiter anheizte.

Sarkozy hatte im Frühling eine mögliche Rückkehr in die Politik angedeutet und sich dabei als möglicher Retter eines durch seinen sozialistischen Nachfolger François Hollande heruntergewirtschafteten Landes dargestellt. Er betonte aber am Montag, der Auftritt vor dem UMP-Vorstand sei nicht seine "Rückkehr" in die Politik gewesen.

Die Konservativen hatten Sarkozy in der UMP-Parteizentrale bejubelt - offenbar stiess das dem ebenfalls anwesenden Fillon bitter auf. Fillon hatte im Mai angekündigt, bei den UMP-Vorwahlen 2016 antreten zu wollen, "komme was wolle".

Umfragen zeigen, dass Sarkozy mehr als ein Jahr nach seiner Abwahl der Favorit der konservativen Wähler für die Präsidentschaftswahl 2017 ist. Fillon musste zudem Ende vergangenen Jahres einen herben Rückschlag hinnehmen, als er bei der umstrittenen Wahl des neuen UMP-Chefs gegen seinen Rivalen Jean-François Copé unterlag.

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SDA-ATS