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Paris - Die französische Filmlegende Claude Chabrol ist tot. Wie der Kulturbeauftragte von Paris, Christophe Girard, mitteilte, starb der Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent am Sonntag im Alter von 80 Jahren.
Chabrol, der zusammen mit François Truffaut und Jean-Luc Godard den Nouvelle-Vague-Stil begründete, prägte 50 Jahre lang den französischen Film. Bezeichnend für sein Werk waren insbesondere sarkastische Betrachtungen des Bürgertums.
"Danke, Claude Chabrol, wir danken Dir für dein Kino", sagte der Kulturbeauftragte der französischen Hauptstadt. Er würdigte Chabrol als einen der grossen Cineasten Frankreichs, der für seine Freiheitsliebe und seine Unerschrockenheit bekannt geworden sei.
Für den Schauspieler Gérard Depardieu verkörperte Chabrol Leidenschaft, die Kindheit, "er wusste zu lachen": "Er hatte diesen Drang nach Neuem, diesen witzigen Geist". Der Direktor des schweizerischen Filmarchivs in Lausanne, Fréderic Maire, erinnert sich ebenfalls an einen fröhlichen Menschen.
Die Schweiz habe Chabrol nicht zuletzt ihrer hervorragenden Köche wegen geschätzt, sagte Maire gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Er sieht in dem verstorbenen Filmemacher "einen der grössten der Gegenwart". Chabrol hinterlasse ein reiches und vielfältiges Werk.
Vorbild Alfred Hitchcock
In seinen Filmen nahm der Franzose vor allem die Bourgeoisie kritisch unter die Lupe. So wie viele junge Filmemacher der 1950er-Jahre verehrte auch er Alfred Hitchcock. In zahlreichen Filmen spiegelt sich dessen Einfluss des Abgründigen wider.
Zu Chabrols bevorzugten Themen gehörten Obsession, Abhängigkeit und Bigotterie. In der Nouvelle Vague wandten sich französische Filmemacher gegen das etablierte und angepasste Kino. Der so genannte "Autorenfilm" entstand, dessen Markenzeichen der individuelle Stil des jeweiligen Regisseurs ist.
Nach dem Tod von François Truffaut (1984) und Eric Rohmer (2010) war Chabrol einer der letzten Regisseure der Nouvelle Vague. Chabrol wurde am 24. Juni 1930 als Sohn eines Apothekers in Paris geboren. Als Kind schon interessierte er sich für den Film.
Doch studierte er zunächst Literaturwissenschaft an der Sorbonne, dann Jus und Pharmazie - den Eltern zuliebe. Im Jahr 1953 begann er für die Filmzeitschrift "Cahiers du Cinéma" zu schreiben. Knapp fünf Jahre später folgte sein erster Film "Le beau Serge".

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SDA-ATS