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Die Frau und die zwei Kinder eines im August nach Sri Lanka zurückgeschafften Tamilen befinden sich seit dieser Woche wieder in der Schweiz. Der Mann war unmittelbar nach seiner Ankunft in Sri Lanka verhaftet worden.

Die Familie des abgewiesenen Tamilen sei am Montag in die Schweiz zurückgekehrt, sagte Céline Kohlprath, Sprecherin des Bundesamts für Migration (BFM), am Mittwoch auf Anfrage. Sie bestätigte damit eine Meldung in der "Neuen Zürcher Zeitung".

Die Wiedereinreise wurde gemäss dem Bundesamt für Migration wegen gesundheitlicher Beschwerden und der schwierigen Lebenssituation der Mutter und mit dem Einverständnis der Behörden von Sri Lanka bewilligt.

Die sri-lankischen Behörden werfen dem Familienvater vor, er habe sich in der Rebellenorganisation Befreiungstiger von Tamil Ealam (LTTE) engagiert. Die Tamil Tigers setzen sich für die Unabhängigkeit der von Tamilen dominierten Gebiete im Norden und Osten Sri Lankas ein. Die Schweiz hat die LTTE nie verboten.

Nach wie vor in Haft

Der Mann sitzt gemäss Angaben des BFM vom Mittwoch nach wie vor in Haft - gleich wie ein zweiter Tamile, der die Schweiz im Sommer dieses Jahres verlassen musste. Das Bundesamt für Migration reagierte und suspendierte Anfang September Rückschaffungen von Tamilen nach Sri Lanka vorübergehend.

Diese Massnahme bleibe bestehen, hiess es am Mittwoch beim BFM. Das Bundesamt entschied zudem Anfang Oktober, die Dossiers der zwei ausgewiesenen Tamilen vom UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) überprüfen zu lassen. Die sri-lankischen Behörden haben grundsätzlich eingewilligt, dass Vertreter der Schweiz die beiden Inhaftierten besuchen können.

Petition gegen Rückschaffungen

Der Schweizerischen Flüchtlingshilfe geht dies zu wenig weit, da mehrere Fälle von Verhaftungen und Folter von aus der Schweiz ausgeschafften Asylsuchenden in Sri Lanka publik geworden sind. Zusammen mit weiteren Nichtregierungsorganisationen fordert sie in einer Petition ein Ende der Rückschaffungen nach Sri Lanka.

Seit der Wiederaufnahme der Rückschaffungen nach Sri Lanka im Jahr 2011 sind nach Angaben des BFM 250 Personen in den Inselstaat zurückgekehrt. Ende September befanden sich 3332 Personen aus Sri Lanka im Asylprozess, 1821 waren vorläufig aufgenommen.

SDA-ATS