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Die russische Dissidentin Jelena Bonner ist tot. Die Witwe des Friedensnobelpreisträgers Andrej Sacharow starb am Samstag im Alter von 88 Jahren nach langer Krankheit in ihrem Haus in Boston in den USA, wie ihre Tochter Tatjana Jankelewitsch am Sonntag mitteilte.

Die langjährige sowjetische Bürgerrechtlerin und spätere Putin-Kritikerin Bonner soll an der Seite ihres Mannes auf einem Moskauer Friedhof beigesetzt werden.

Bonner wuchs als Tochter eines führenden Kommunisten auf, der 1938 im Zuge der stalinistischen Säuberungen hingerichtet wurde, ihre Mutter wurde in ein Gulag-Lager verbannt.

Dennoch trat die Kinderärztin Bonner unter Stalins Nachfolger Nikita Chruschtschow selbst der KPdSU bei - ein Schritt, den sie später als "grössten Fehler meines Lebens" bezeichnete. Die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 zerstörte Bonners Hoffnung auf eine Liberalisierung des Systems.

Sie verliess die Partei und entwickelte sich rasch zu einer Kritikerin der sowjetischen Führung. Im Rahmen ihres Einsatzes für inhaftierte Menschenrechtler lernte Bonner den Atomphysiker und Bürgerrechtler Sacharow kennen, 1972 heiratete das Paar.

Ehepaar in der Verbannung

Drei Jahre später nahm Bonner stellvertretend für ihren Mann den Friedensnobelpreis in Oslo entgegen, nachdem ihm die Ausreise aus der Sowjetunion verweigert worden war.

Als Sacharow 1980 wegen seiner Kritik an der Afghanistan-Invasion nach Gorki, dem heutigen Nischni Nowgorod, verbannt wurde, war seine Frau vier Jahre lang seine einzige Verbindung zu ausländischen Journalisten, dann wurde sie selbst verbannt.

Unter dem letzten sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow wurden beide später begnadigt und kehrten nach Moskau zurück. Auch nach Sacharows Tod Ende 1989 setzte Bonner ihre Bürgerrechtsaktivitäten fort.

Sie trat mehreren Menschenrechtsorganisationen bei und sparte nicht mit Kritik an Wladimir Putin, dem früheren Präsidenten und heutigen Regierungschef, dem sie einen autoritären Führungsstil vorwarf.

"Typisch, tragisch und schön"

Enttäuscht von den Entwicklungen in ihrer Heimat verbrachte Bonner die letzten Jahre in den USA. "Mein Leben lässt sich mit drei Worten zusammenfassen: Es war typisch, tragisch und schön", sagte Jelena Bonner vor zwei Jahren.

Nach einer Trauerfeier in Boston soll Bonner auf dem Moskauer Wostrjakowo-Friedhof beigesetzt werden. Die Familie bat statt Blumen um Spenden für die Sacharow-Stiftung, die sich für Demokratie und Freiheit einsetzt.

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SDA-ATS