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Der frühere Kommunikationschef des britischen Premierministers David Cameron, Andy Coulson, ist unter Meineid-Verdacht festgenommen worden. Er soll als Zeuge in einem Gerichtsverfahren im schottischen Glasgow im Dezember 2010 unter Eid eine Falschaussage geleistet haben.

Dies teilte die schottische Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. In dem jetzt wieder aktuell gewordenen Fall geht es um den Politiker Tommy Sheridan.

Dieser hatte die britische Zeitungsholding News International, die zum Medienkonzern von Rupert Murdoch gehört, wegen Verleumdung verklagt und 2006 zunächst recht bekommen. Im Dezember 2010 wurde er dann aber wegen Meineids zu einer Haftstrafe verurteilt - in diesem Prozess war auch Coulson als Zeuge geladen gewesen.

Coulson - damals als Kommunikationschef von Cameron im Amt - hatte 2010 vor dem schottischen Gericht gesagt, er habe während seiner Zeit beim Murdoch-Blatt "News of the World" nichts von illegalen Aktivitäten von Journalisten gewusst. Auch hatte er gesagt, es habe bei der Boulevardzeitung keine "Kultur des Telefon-Hackings" gegeben.

Chefredaktor von "News of the World"

Der Senkrechtstarter Coulson gehört zu den Schlüsselfiguren im britischen Medienskandal. Er war 2007 als Chefredaktor von "News of the World" zurückgetreten, nachdem ein Reporter und ein Privatdetektiv wegen Abhören von Telefon-Anrufbeantwortern von Mitgliedern der britischen Königsfamilie verurteilt worden waren.

Wenige Monate später stellte Cameron ihn als Kommunikationschef seiner konservativen Partei ein. Er wurde Regierungssprecher, gab seinen Posten aber im Januar 2011 wegen wachsender Kritik auf.

Als Ex-Chefredaktor des später eingestellten Murdoch-Blatts "News of the World" soll er von Abhör- und anderen illegalen Recherchemethoden gewusst haben. Scotland Yard hat ihn deshalb im Visier.

SDA-ATS