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Früherer SNB-Präsident kritisiert die EZB-Politik

Der frühere SNB-Präsident Jean-Pierre Roth kritisiert die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese habe fatale Folgen, warnte der Westschweizer in einem Radiointerview.

"Ich glaube, die EZB-Politik ist zu weit gegangen", sagte Jean-Pierre Roth in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit Radio SRF. Europa könne seine wirtschaftlichen Probleme nicht mit Hilfe einer Flut billigen Geldes lösen.

"Der Reform-Appetit ist nicht mehr da, man braucht nicht noch eine expansivere Geldpolitik in Europa. Man braucht Reformen", sagte der Verwaltungsratspräsident der Genfer Kantonalbank, der von 2001 bis 2009 der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vorstand.

Zuletzt hatte EZB-Chef Mario Draghi signalisiert, falls erforderlich auf der nächsten Ratssitzung im Dezember die Geldschleusen noch weiter zu öffnen, um damit die Inflation im Euroraum anzukurbeln. Dieser Schritt könnte den Schweizer Franken erneut unter Druck bringen.

Rückendeckung für Jordan

Vor dem Hintergrund der aktuellen EZB-Politik stärkte Roth dem SNB-Direktorium um Thomas Jordan den Rücken. Die Aufhebung des Euromindestkurses Mitte Januar sei ein schmerzhafter aber richtiger Schritt gewesen. Allgemein werde die Anpassungsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft stark unterschätzt. Roth verwies dabei auf die jüngsten Zahlen zum Schweizer Wirtschaftswachstum. Diese seien gar nicht so schlecht ausgefallen.

Im zweiten Quartal war die Wirtschaft hierzulande entgegen den Erwartungen nicht in eine Rezession gerutscht, sondern um 0,2 Prozent gewachsen. Für das Gesamtjahr rechnet die SNB mit einem Wachstum von knapp 1 Prozent.

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