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Für Bischof Gmür wäre Grenzschliessung für Flüchtlinge "daneben"

Dieser Inhalt wurde am 26. Juli 2015 - 10:56 publiziert
(Keystone-SDA)

Felix Gmür, Bischof des Bistums Basel, kritisiert die aktuelle Asyldebatte in der Schweiz. Manche Politiker seien gerade in Steuer- und Asylthemen engstirnig, sagte Gmür in einem Interview mit der "Schweiz am Sonntag".

Als "völlig daneben" bezeichnete er den Vorschlag, für Asylsuchende die Grenzen zu schliessen. "Das bringt einfach gar niemandem etwas - auch der Schweiz nicht."

Der Oberhirte des grössten Schweizer Bistums rief zudem die Schweiz dazu auf, bei der Entwicklungszusammenarbeit mehr zu leisten. "Wir schöpfen nicht alle unsere Möglichkeiten aus, um Bildung, Infrastruktur und Rechtsstaatlichkeit zu fördern. Das ist bedauernswert."

Stossend sei auch, dass die Schweiz kritiklos mit Ländern und Regierungen zusammenarbeite, die "Menschen und die Schöpfung ausbeuten" und extremistische Gruppen unterstützen würden.

Frauen am Altar

Gmür sprach sich weiter dafür aus, Frauen für das Priesteramt zuzulassen, obwohl die Katholische Kirche diesen das Amt verwehrt: "Ich selbst kann mir allerdings von meinem Glauben her Frauen am Altar vorstellen."

Die Päpstliche Bibelkommission habe bereits 1976 festgestellt, dass aus der Sicht des Neuen Testamentes "nichts Relevantes gegen eine Frau im Amt spricht". Dagegen spreche nur die lange Tradition.

Die Kirche sollte die Gestalt des Priesteramts neu diskutieren, sagte Bischof Gmür. Die Kirche predige gleiche Würde. "Daraus kann man die Frage der Gleichstellung entwickeln. Wir ringen um Gleichstellung."

Er unterstütze, dass Frauen in der Kirche mehr Aufgaben und Entscheidungskompetenz bekämen. "Heute liegt sämtliche Entscheidungsmacht allein beim Priester; das müsste nicht sein."

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