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Das Swiss Economic Forum (SEF) regt seine Besucher dazu an, über die Chancen und Gefahren ihres wirtschaftlichen Handelns nachzudenken. (KEYSTONE/Marcel Bieri)

KEYSTONE/MARCEL BIERI

(sda-ats)

Was braucht man um Welt zu verändern? Laut MIT-Forscher Erik Brynjolfsson ist Kreativität der Schlüssel.

In seiner Rede am Swiss Economic Forum (SEF) in Interlaken hat Erik Brynjolfsson, Direktor der Initiative "Digitale Wirtschaft" am Massachusetts Institute of Technology (MIT) die grossen Veränderungen skizziert, welche die digitale Revolution mit sich bringt.

Kraft und Steuerung

Laut Brynjolfsson fusst unsere Welt auf zwei Systemen: Kraft und Steuerung. Die Kraft braucht es, um etwas zu bewegen, die Steuerung um die Dinge zu ordnen. Bis zur ersten industriellen Revolution vor 150 Jahren war der Mensch für beides verantwortlich. Doch mit der Erfindung der Dampfkraft übernahmen auf einmal Maschinen das Kraftsystem.

Das habe grosse Auswirkungen auf unseren Wohlstand gehabt. Dieser sei heute rund 30 Mal höher als vor der industriellen Revolution, sagte der Forscher.

Nun aber stehen wir laut Brynjolfsson am Anfang des zweiten Maschinenzeitalters. Mit Big Data und künstlicher Intelligenz übernehmen die Maschinen zusehends selber Steuerungsaufgaben. Das schaffe zwar ebenfalls grossen Reichtum, es sei aber unklar, was die Entwicklung für die menschliche Arbeit bedeute.

Zwei Wellen

Brynjolfsson unterteilt das zweite Maschinenzeitalter in zwei Wellen. In der ersten Welle haben die Menschen den Maschinen durch Programmierung das beigebracht, was sie selber wissen. Das Mantra dieser ersten Welle sei: kodifizieren, digitalisieren, replizieren.

Doch dieser Ansatz habe Grenzen, denn die Menschen wüssten mehr als sie mitteilen könnten. Als Beispiel nannte Brynjolfsson das Fahrradfahren. Es sei unmöglich jemandem das Fahrradfahren beizubringen nur durch Beschreibung. Vielmehr müsse es jeder selber erlernen. Oder die Gesichtserkennung: Jeder erkenne zwar das Gesicht seiner Mutter. Aber die Merkmale in Worte zu fassen, so dass auch jemand anderes das Gesicht erkenne, sei schwierig.

Laut Brynjolfsson befinden wir uns heute in der zweiten Welle. Bereits könnten Maschinen selber Gesichter erkennen. So zeige Facebook etwa unsere Freunde auf Bildern an. Die Maschinen beginnen selber zu lernen, anhand von Beispielen und Algorithmen, mit denen wir sie füttern.

Umdenken in der Bildung

Der Wendepunkt ist für den MIT-Forscher mittlerweile erreicht. Denn bei einigen Steuerungsaufgaben seien die Maschinen mittlerweile gleich gut oder gar besser als die Menschen. Als Beispiele nannte er etwa die Krebsdiagnostik.

Dennoch gibt es laut Brynjolfsson Felder, in denen die Menschen den Maschinen auf absehbare Zeit überlegen bleiben werden. So seien die Menschen heute immer noch die besseren Erfinder. Auch in den Bereichen Kreativität und sozialem Handeln könnten Maschinen noch nicht schritthalten.

"Wir brauchen Kreativität, um für alle Menschen eine sinnvolle Tätigkeit zu finden", schloss Brynjolfsson. Dazu müsse aber unser Bildungssystem grundlegend neu gedacht werden. So komme die Kreativität in der Schule nach wie vor viel zu kurz. Stattdessen würden Tugenden und Wissen vermittelt, in denen wir den Maschinen ohnehin unterlegen seien.

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SDA-ATS