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Trotz bürgerkriegsähnlichen Zuständen will der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi den Kampf gegen die Demonstranten in seinem Land unerbittlich fortführen und notfalls als "Märtyrer" sterben. In seinem zweiten öffentlichen Fernsehauftritt seit Beginn der Unruhen schrie Gaddafi am Dienstag stellenweise vor Wut.

Völlig zusammenhanglos griff er in einem Satz die Amerikaner an, sprach im nächsten von den Demonstranten als "Verrätern", von einer "kleinen Gruppe kranker Aussenseiter", und appellierte an seine Anhänger, die Strassen zurückzuerobern.

Die lange Rede, offenbar vor seiner in den 1980er Jahren von US-Flugzeugen ausgebombten Residenz in der Hauptstadt Tripolis, wurde vom amerikanischen Fernsehsender CNN übertragen.

Gaddafi versprach den Libyern eine Reihe von nicht näher definierten Reformen. Die lokale Selbstverwaltung solle ausgebaut werden. "Morgen bauen wir eine neue Dschamahirija." Mit dieser arabischen Wortschöpfung bezeichnet Gaddafi die "Herrschaft durch das Volk." Seine Rede beendete er mit den Worten "Revolution, Revolution".

Regime verliert Kontrolle

Unterdessen haben die Gegner Gaddafis nach eigenen Angaben fast ganz Libyen unter ihre Kontrolle gebracht. Überall im Land seien Armee-Einheiten und Sicherheitskräfte übergelaufen, sagten ranghohe libysche Funktionäre, die auf Distanz zu Gaddafi gegangen sind, der Nachrichtenagentur dpa. Die Aufständischen beherrschen diesen Angaben zufolge bereits 90 Prozent des Landes.

Nachdem am Montag zahlreiche libysche Diplomaten aus Protest gegen den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten ihren Rücktritt erklärt hatten, sagten sich nun nach Angaben der Opposition auch immer mehr der in Libyen äusserst einflussreichen Stämme von Gaddafi los.

Einem Fernsehbericht zufolge hat sich auch der libysche Innenminister Abdel Fattah Junes al-Abidi von Gaddafi losgesagt und sich hinter die "Revolution des 17. Februar" gestellt.

Laut UNO mindestens 250 Tote

Augenzeugen berichteten unterdessen von einem immer brutaleren Vorgehen bewaffneter Milizen Gaddafis gegen die Protestbewegung in der Hauptstadt Tripolis. Nach UNO-Angaben gab es mindestens 250 Tote im Land, Beobachter gingen allerdings von einer weit höheren Zahl aus.

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SDA-ATS