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Geberkonferenz sagt notleidenden Syrern 3,8 Milliarden Dollar zu

Zahlreiche Staaten, auch die Schweiz, haben am Dienstag zusätzliche Hilfsgelder für die notleidende syrische Bevölkerung versprochen. Sie sagten an einer Geberkonferenz in Kuwait umgerechnet 3,7 Milliarden Franken zu.

Das erklärte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstag am Ende des Treffen. Die Vereinten Nationen hatten die internationale Gemeinschaft zu finanzieller Hilfe aufgerufen. Der an der Konferenz zugesagte Betrag ist allerdings nur halb so gross, wie UNO sich erhofft hatte.

Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks werden umgerechnet 8 Milliarden Franken benötigt, um die notleidenden Syrer in diesem Jahr ausreichend zu versorgen.

Schweiz sagt Hilfe von 50 Millionen Franken zu

Immerhin: Im Vergleich zu früheren Zusagen erhöhte sich die Unterstützung. Die Konferenz in Kuwait war bereits die dritte Geberkonferenz für Syrien.

Bei den beiden vorherigen Konferenzen waren der notleidenden syrischen Bevölkerung von der internationalen Gemeinschaft 1,6 Milliarden beziehungsweise 2,5 Milliarden Franken zugesichert worden. Nach UNO-Angaben wurden die Zusagen jedoch teilweise nicht eingehalten.

Auch die Schweiz kündigte an der jüngsten Konferenz zusätzliche finanzielle Mittel für 2015 an. Bereits Anfang März hatte der Bundesrat entschieden, die Hilfsgelder des Bundes für Syrien und die Nachbarländer von 30 auf 50 Millionen Franken zu erhöhen. Die Schweizer Delegation in Kuwait wurde von Botschafter Manuel Bessler, Delegierter des Bundesrates für Humanitäre Hilfe, geleitet.

1,2 Milliarden Franken von der EU

Die Europäische Union sagte nach Angaben der EU-Kommission auf der Geberkonferenz für Syrien umgerechnet 1,2 Milliarden Franken Unterstützung für die Opfer der Krise zu.

"Der Bedarf ist immens, und ausserordentliche Anstrengungen seitens der gesamten Gebergemeinschaft sind erforderlich, um die benötigten erheblichen Finanzmittel zu mobilisieren", erklärte der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides am Dienstag.

Es handelt sich um Hilfen aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU und von den einzelnen Mitgliedsländern zusammen. Für Deutschland hatte Aussenminister Frank-Walter Steinmeier zuvor am Dienstag nach Angaben des Auswärtigen Amts eine Aufstockung auf umgerechnet 266 Millionen Franken bekanntgegeben.

Das Emirat Kuwait sagte auf der Konferenz umgerechnet 482 Millionen Franken für Syrer in Not zu. Es gehe bei dem Treffen darum, die grösste Krise zu bekämpfen, die die Menschheit kennt, sagte Emir Sabah Al-Ahmed. Saudi-Arabien versprach umgerechnet 58 Millionen Franken.

IKRK appellierte an internationale Gemeinschaft

Der Schweizer Peter Maurer, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) hatte an der Konferenz für mehr Unterstützung für die Arbeit der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung geworben.

Da die Krise in Syrien bereits seit fünf Jahren andauere, sei es schwierig, hoffnungsvoll zu sein, sagte er gemäss Redetext. Es handle sich um eine regionale Krise bisher nie gekannten Ausmasses.

Dennoch gebe es auch Momente der Hoffnung. Noch vor einem Jahr sei das grösste Problem für das IKRK gewesen, überhaupt Zugang zur notleidenden Bevölkerung zu erhalten. In diesem Punkt habe es Fortschritte gegeben. Mit der Hilfe der internationalen Gemeinschaft könne das Rote Kreuz seine Anstrengungen zur Linderung der Krise in Syrien und der Region verdoppeln.

Massaker in Syrien

Derweil exekutierte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien mindestens 37 Zivilisten. Die Extremisten überfielen die von Sunniten, Alawiten und schiitischen Ismailiten bewohnte Stadt Mabudsche im Zentrum des Landes, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Unter den "verbrannten, enthaupteten und erschossenen" Opfern seien auch Frauen und Kinder. Das syrische Staatsfernsehen berichtete von 44 Toten und 21 Verletzten bei dem IS-Angriff. Die Dschihadisten seien zurückgeschlagen worden.

Mabudsche liegt an der Verbindungsstrasse zwischen der zentralen Provinz Homs und der nördlichen Provinz Aleppo. IS-Kämpfer hatten bereits mehrfach versucht, die Strasse abzuschneiden.

Auch bei Luftangriffen der syrischen Armee auf das Zentrum der Provinzhauptstadt Idlib wurden laut der Beobachtungsstelle binnen 48 Stunden 32 Menschen getötet. Islamisten der Al-Nusra-Front hatten die Stadt am Samstag eingenommen. Idlib ist damit nach Raka die zweite Provinzhauptstadt, die der Kontrolle der Regierung in Damaskus entzogen ist.

Eine UNO-Sprecherin zeigte sich besorgt über die Lage in der Stadt. Es gebe Berichte, wonach ein vom Syrischen Roten Halbmond betriebenes Spital in Idlib angegriffen worden sei.

Sorge bereite auch die Lage in den mehrheitlich von Schiiten bewohnten Dörfern Fuaa und Kafraya nahe Idlib. Ein Anführer der Al-Nusra-Front hatte mit Angriffen auf die beiden Dörfer gedroht, sollte die Regierungsarmee Idlib bombardieren.

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