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Ein Mann stellt sich in Istanbul einem Panzer der putschenden Militärs entgegen - zwei Jahre später erinnern die Türken mit Gedenkveranstaltungen an den Putschversuch. (Archiv)

KEYSTONE/AP IHA/ISMAIL COSKUN

(sda-ats)

Mit Gedenkveranstaltungen haben die Türken an den Putschversuch vor zwei Jahren erinnert. Präsident Recep Tayyip Erdogan betete am Sonntag in einer Moschee auf dem Gelände des Präsidentenpalasts in Ankara für die Opfer, die offiziell als "Märtyrer" bezeichnet werden.

Am Abend wollte Erdogan zudem an einer Gedenkveranstaltung in Istanbul auf der ersten Brücke über den Bosporus teilnehmen, auf der in der Putschnacht zahlreiche Zivilisten, die sich den Putschisten in den Weg gestellt hatten, starben.

Beim Putschversuch vom 15. Juli 2016 waren mehr als 200 Menschen getötet und mehr als 2000 verletzt worden. Die türkische Führung macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen als Drahtzieher verantwortlich.

Die Hintergründe des Umsturzversuchs sind jedoch auch zwei Jahre danach noch nicht vollständig aufgeklärt. Zahlreiche Prozesse gegen mutmassliche Putschisten laufen noch.

Nach dem gescheiterten Putsch hatte Erdogan den Ausnahmezustand verhängen und bislang sieben Mal verlängern lassen. Per Dekret entliess Erdogan mehr als 110'000 Staatsbedienstete wegen mutmasslicher Verbindungen zur Gülen-Bewegung. Nach offiziellen Angaben wurden mehr als 70'000 Menschen verhaftet, darunter auch Journalisten, Menschenrechtler und Oppositionspolitiker.

Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP erklärte zum Jahrestag, mit dem Ausnahmezustand werde die Opposition seit zwei Jahren unterdrückt. Sie kritisierte zudem, Unterstützung für die Gülen-Bewegung innerhalb der Politik sei nicht beleuchtet worden. Erdogan und Gülen waren bis zum offiziellen Bruch 2013 Verbündete.

Erdogans Sprecher hatte am Freitag gesagt, dass der Ausnahmezustand am 18. Juli enden könnte. Fristgemäss läuft er am 19. Juli aus.

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SDA-ATS