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In Mümliswil SO ist eine nationale Gedenkstätte für Verding- und Heimkinder eröffnet worden. Ermöglicht wurde der Umbau eines ehemaligen Kinderheims durch die Guido Fluri Stiftung. Fluri lebte als Kind selber in diesem Heim und ist heute millionenschwerer Immobilienhändler.

Das 1973 geschlossene Kinderheim am Passwang ging 2011 in den Besitz des Zuger Unternehmers über. Seither wurden die Räumlichkeiten umgebaut.

Die neue Gedenkstätte soll als Begegnungszentrum, Ausstellungsort und Informationsplattform dienen und die Aufarbeitung der Geschichte der Verding- und Heimkinder ermöglichen. Schulklassen, Private und Gruppen können dort kostenlos Lager, Workshops oder Ausflüge durchführen, um sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Einsame Opfer

Ausgrenzung, Essensentzug und Strafen für kleinste Vergehen seien in solchen Heimen an der Tagesordnung gewesen, schreibt die Guido Fluri Stiftung in einer Mitteilung vom Samstag. Häufig sei es zu physischer, psychischer und gar sexueller Gewalt gekommen.

Die Opfer hätten weder Hilfe noch Verständnis erfahren, sondern seien als Lügner, Querulanten und Störenfriede abgetan worden. Erst in den vergangenen zehn bis 20 Jahren hätten die Opfer allmählich Gehör und Anerkennung gefunden.

Auch wenn das Leid der Verdingkinder in letzter Zeit zum öffentlichen Thema geworden sei, seien die vollständige Aufarbeitung und die vollumfängliche Wiedergutmachung noch ausstehend, schreibt Stiftung weiter.

Die Gedenkstätte sei ein Aufruf gegen das Vergessen, Verdrängen und Wegschauen, sagte alt Ständerat Hansruedi Stadler, der bundesrätliche Delegierte für die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen bei der Eröffnung.

Bemühungen auch auf politischer Ebene

Neben Privaten wie Guido Fluri ist auch die Politik derzeit daran, die Geschichte der Verdingkinder und anderer Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen aufzuarbeiten. Hierzu war Stadler im Dezember 2012 vom Bundesrat zum Delegierten ernannt worden. Er soll sich um sämtliche offenen Fragen kümmern.

Justizministerin Simonetta Sommaruga hatte sich am 11. April an einem Gedenkanlass in Bern im Namen der Landesregierung bei ehemaligen Verdingkindern und allen anderen Opfern von Zwangsmassnahmen entschuldigt.

Im Jahre 2010 hatte sich bereits Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf bei Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen entschuldigt. Damals ging es in erster Linie um Menschen, die ohne Gerichtsurteil "administrativ versorgt" wurden.

Noch heute Gewalt an Pflegekindern

Die Guido Fluri Stiftung will nicht nur das dunkle Kapitel der Verdingkinder aufarbeiten, sondern kämpft auch gegen die heutige Gewalt an Kindern. Mehr als die Hälfte der jährlich über 13'000 neuen Pflegekindern erlebten in irgend einer Form körperlichen oder geistigen Missbrauch, schreibt die Stiftung.

Unter der von der Stiftung initiierten Plattform www.kinderheime-schweiz.ch können sich Betroffene, die in Kinderheimen Missbrauch erfahren haben, untereinander austauschen. Neben Aussagen von Zeitzeugen sind auf dieser Webseite auch Urkunden, Pressartikel und Veranstaltungen dokumentiert.

Gehirntumore und Miss Schweiz-Wahlen

Die Verhinderung von Gewalt an Kindern ist nur einer von drei Stiftungszwecken der Guido Fluri Stiftung. Die anderen beiden sind die Bekämpfung von Hirntumoren und die öffentliche Aufklärung bei Schizophrenie. Auch in Sachen Hirntumor kann Stiftungsgründer Fluri aus eigener Erfahrung mitreden.

Als Botschafterin seiner Stiftung hat Guido Fluri die Miss Schweiz von 1997, Tanja Gutmann, ins Boot geholt. Auch sie war an einem Hirntumor erkrankt. Zudem bildet die Solothurnerin das ideale Bindeglied zwischen der Stiftung und einem weiteren Grossprojekt von Guido Fluri, den neu lancierten Miss Schweiz-Wahlen, die am kommenden Wochenende in Zürich stattfinden.

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SDA-ATS