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Der Kundgebungszug kurz nachdem er beim Bärengraben gestartet war.

KEYSTONE/MARCEL BIERI

(sda-ats)

Bis zu 1000 Menschen haben am Samstagabend in Bern an einer Kundgebung zum 30-Jahr-Jubiläum des alternativen Kultur- und Begegnungszentrums Reitschule teilgenommen. Laut Polizei kam es zu Sachbeschädigungen. Demonstranten bewarfen Polizeifahrzeuge mit Steinen.

Die Kundgebung trug den Titel "30 Jahre sind nicht genug - die Utopie ins Hier und Jetzt holen". Sie sollte der Reitschule "neuen Kampfgeist einhauchen", wie ein Organisator via Lautsprecher beim Start des Marschs durch Bern sagte.

Dieser Marsch führte zu "symbolträchtigen Orten der ausserparlamentarischen Bewegung". So legten die Teilnehmer etwa in der Gerechtigkeitsgasse einen Halt ein, wo Links-Alternative 2007 einen Umzug der SVP durch Bern stoppten. Dies mit einer breiten Front und einem Transparent mit der Aufschrift "Welcome to hell".

Weitere Stationen des Marschs vom Samstag durch Bern waren das Berner Rathaus, wo Stadt- und Kantonsparlament tagen, und die Grosse Schanze. Dort fand 1987 ein Teil jener kulturellen Aktivitäten statt, mit welchen Berner Künstler vor 30 Jahren zur Eröffnung der Berner Reitschule beitrugen.

Grossaufgebot der Polizei

Die Berner Kantonspolizei eskortierte - zum Missfallen der Reitschul-Sympathisanten - den Kundgebungszug und regelte den Verkehr. Insofern tolerierte sie und damit die Stadt Bern die Kundgebung, für welche die Organisatoren kein Bewilligungsgesuch eingereicht hatten.

Der gut zweistündige Marsch begann beim Bärengraben und endete bei der Reitschule. Zu Beginn und am Schluss dürften weniger als 1000 Menschen teilgenommen haben, während des Zugs durch die Altstadt hingegen schätzungsweise 1000. Zum Marsch aufgerufen hatte ein "Kollektiv Klassentreffen Ü-30".

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Während der Demonstration kam es zu Zwischenfällen, wie die Kantonspolizei Bern am Abend mitteilte. Einzelne Kundgebungsteilnehmer zündeten Feuerwerk. Teils vermummte Personen verübten Sprayereien sowie Sachbeschädigungen an zwei Billettautomaten. Am Ende des Umzugs bewarfen Chaoten Polizeifahrzeuge mit Steinen. Die Beamten setzten Reizstoff ein.

Verletzt wurde laut Polizei niemand. Der Sachschaden beträgt nach Schätzungen der Behörden gegen 20'000 Franken. Bei Personenkontrollen am Rande der Demo wurde ein Mann festgenommen. Er war zur Verhaftung ausgeschrieben gewesen.

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