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Traum von alter nationaler Grösse wie zu deren Zeiten: Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg (ganz links, mit Helmschmuck) mit General Erich Ludendorff im Mai 1921 in Potsdam.

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(sda-ats)

Die so genannten Reichsbürger haben in Deutschland mehr Anhänger als bisher bekannt. Der Szene würden derzeit 12'600 Menschen zugerechnet, erklärte das Bundesamt für Verfassungsschutz, der deutsche Inlandgeheimdienst. Bei etwa 700 handle es sich um Rechtsextremisten.

Bislang waren die deutschen Verfassungsschutzbehörden in Bund und Ländern von etwa 10'000 Reichsbürgern ausgegangen.

Die Anhänger der Bewegung lehnen die Bundesrepublik Deutschland und ihre Rechtsordnung strikt ab. Einige von ihnen sind der Ansicht, dass das Deutsche Reich in den alten Grenzen von 1937 oder gar 1914 noch immer bestehe.

Die "Reichsbürger" zogen vergangenes Jahr Aufmerksamkeit auf sich, als ein Polizist in der Nähe von Nürnberg von einem Anhänger der Szene erschossen wurde.

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maassen, warnte am Montag vor der Bewegung. "Sorge bereitet uns, dass 'Reichsbürger' häufig gewaltorientiert sind und eine hohe Affinität zu Waffen aufweisen", erklärte er. "Gewalttätige Aktivitäten haben im letzten Jahr deutlich zugenommen und richten sich vor allem gegen Vollzugsbeamte."

Ein besonderes Augenmerk liege auf den mehr als 700 Anhängern der Bewegung, die eine Waffen-Erlaubnis besässen. "Hier wirken wir zusammen mit den Ländern auf einen Entzug hin", sagte Maassen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die "Reichsbürger" seit November, vorher stand die Bewegung lediglich bei einigen Landesämtern auf der Beobachtungsliste. Derzeit gebe es systematische Erhebungen zu den so genannten Reichsbürgern, erklärte der Inlandgeheimdienst. Aufgrund von Nachmeldungen könne es zu einem weiteren Anstieg der Zahl der "Reichsbürger" kommen.

SDA-ATS

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