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Teiche wie dieser bei Les Breuleux JU sind seltener geworden. Die geringe Dichte solcher Kleingewässer und die zu schmalen Schutzzonen um sie herum sind ein Problem.

KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

(sda-ats)

In der Schweiz gibt es nur noch ein Zehntel der Teiche, die es noch Ende des 18. Jahrhunderts gab. Für Artenvielfalt und Hochwasserschutz sei dies kritisch, warnt ein Genfer Biologe. Er plädiert daher für neue Kleingewässer.

Auf den ersten Blick wirkt die Zahl beachtlich: Rund 32'000 Teiche und Tümpel besitzt die Schweiz. Das ist jedoch nur noch ein Zehntel von denen, die Ende des 18. Jahrhunderts existierten, wie Beat Oertli von der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO) in Genf am Dienstag im Rahmen des Infotags der Forschungsanstalt Eawag darlegt. Wie zahlreiche Feuchtgebiete wurden auch solche stehenden Kleingewässer im Zuge intensiverer landwirtschaftlicher Nutzung trockengelegt.

Für die Artenvielfalt bedeute dies einen grossen Verlust, betont der Biologe. Insbesondere in ihrer Gesamtheit eines relativ dichten Netzes kleiner Stehgewässer sind diese eine Hochburg der Biodiversität. Im Schnitt gibt es heute noch acht Teiche oder Tümpel pro zehn Quadratkilometern in der Schweiz, berichtet der Forscher. In Regionen mit intensiver Landwirtschaft findet sich auf der gleichen Fläche kaum noch ein einziger Tümpel.

Kleingewässer unter Druck

Diese geringe Dichte sei für die Artenvielfalt, aber auch für andere Funktionen dieses Ökosystems kritisch, so Oertli laut der Tagungsbroschüre. Darunter fallen beispielsweise Wasserreinigung, Hochwasserausgleich, oder auch die Speicherung von Kohlenstoff - was insbesondere im Hinblick auf den CO2-Ausstoss und den Klimawandel bedeutend ist.

Zusätzlich sind die Teiche und Tümpel unter Druck, weil die Pufferzonen um sie herum oft auf schmale Uferstreifen reduziert seien und nicht wie eigentlich vorgeschrieben mehrere Meter breit, so die Forschungsergebnisse, die Oertli am Dienstag präsentiert. Diese Pufferzonen sollen eigentlich vor Stoffeinträgen aus der Landwirtschaft schützen. So leiden diese kleinen Stehgewässer unter Dünger- und Pestizideintrag.

Mehr Teiche und bessere Pufferzonen

Der Biologe plädiert daher für neue Tümpel und Teiche, um Kleingewässernetze wieder zu beleben und ihre Dichte zu erhöhen. Am besten sollten sie dort angelegt werden, wo bereits früher Kleingewässer existierten. Für die neuen wie auch die bereits bestehenden Teiche und Tümpel müssten zudem genügend breite Pufferzonen mit artenreicher Vegetation sichergestellt werden.

Solche Massnahmen kämen auch dem Hochwasserschutz zugute, da Kleingewässernetzwerke das Risiko für Überschwemmungen reduzieren, so Oertli. Ein Problem, mit dem sich die Schweiz wegen zunehmender Starkniederschlägen im Zuge des Klimawandels auseinandersetzen muss.

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SDA-ATS